Polizei-Ermittlungen zum Flugzeugdrama

Unglückspilot hat noch nicht ausgesagt

Nach dem Flugzeugdrama mit zwei Toten im Hafen wird der 42 Jahre alte Pilot psychologisch betreut. Nikolaj W. hat angekündigt, sich rechtsanwaltlich beraten zu lassen, bevor er "gegebenenfalls eine Aussage macht", heißt es bei der Polizei.

Sie ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den 42-Jährigen, der die Tragödie als Einziger überlebt hat. Dem Abendblatt sagte W.: "Es tut mir leid, ich darf jetzt keine Aussage machen."

Noch immer ist die Unglücksursache nicht geklärt. Die Polizei geht aber mittlerweile davon aus, dass das ausgefahrene Fahrwerk des Wasserflugzeugs zur Katastrophe geführt hat. Nach Abendblatt-Informationen soll Nikolaj W. kurz nach der Tragödie im Baakenhafen gesagt haben, dass er vergessen habe, das Fahrwerk einzufahren. Dies sei für die Ermittlungen allerdings irrelevant, sagte eine Polizeisprecherin. Nach ersten Erkenntnissen hat die sichergestellte, etwa vier Meter lange Holzbohle, nichts mit dem Unglück zu tun.

Wie berichtet hat sich das Wasserflugzeug am Sonnabend bei der Landung in der Elbe überschlagen. Ein Ehepaar (57, 52) aus Ganderkesee bei Bremen ertrank in dem auf dem Dach liegenden Wrack. Das Unternehmen hat nun bekannt gegeben, dass bis auf Weiteres alle Wasserrundflüge eingestellt sind.

Die Polizei hat unterdessen Zeugen vernommen sowie Filme und Fotos vom Unglück sichergestellt. Auf vielen sind die Räder unter den Schwimmern des Wasserflugzeugs zu sehen. Bis ein abschließender Unfallbericht vorliegt, kann es etwa ein Jahr dauern. Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dokumentieren standardmäßig die Beschädigungen, begutachten die Instrumente, Hebelstellungen sowie die Funktionsfähigkeit der Steuerung. Außerdem rekonstruieren sie die Flugroute über die Radaraufzeichnungen und Zeugenbefragungen. Erst in sechs bis acht Wochen werden die Techniker einen sogenannten Statusbericht vorlegen. Eine Bewertung nehmen sie darin nicht vor. Erst in dem Abschlussbericht im nächsten Jahr werden unter anderem auch Sicherheitsempfehlungen enthalten sein.