Kultur Hamburg

Hoffnung für das Altonaer Museum

Nach der Bezirkskoalition sind auch Altonas Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose und weitere Stiftungsmitglieder für den Erhalt.

Altona. Für den Erhalt des Altonaer Museums gibt es weitere Fürsprecher. Nach der schwarz-grünen Bezirkskoalition hat sich auch Altonas Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose (parteilos, früher CDU) erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Er könne sich als loyaler Amtsleiter nicht gegen den Senat stellen, er könne und wolle aber auch nicht die Stimmen aus Altona überhören, so Warmke-Rose. Der Bezirk werde Recht und Gesetz anwenden. Laut Planungsrecht müsse das Museumsgrundstück für den Gemeinbedarf der Stadt genutzt werden und sei ausgeschrieben für den Bereich Bildung und Museen. Eine etwaige Weiternutzung des Grundstücks sei zurzeit nicht möglich. Für die Fläche an der Ottenser Museumsstraße ist das Bezirksamt zuständig und nicht der Senat.

Unterdessen haben sich zwei weitere von insgesamt acht Mitgliedern des Stiftungsrats der historischen Museen Hamburg für das Altonaer Haus ausgesprochen. Der Senat will durch die Schließung rund 3,5 Millionen Euro jährlich einsparen.

+++ Die Debatte und Proteste um die Kürzungspläne des Senats +++

Neben dem grünen Ex-Senator Willfried Maier plädiert auch Gert Hinnerk Behlmer (SPD) für den Museumserhalt. Behlmer ist ehemaliger Kulturstaatsrat und von den Freundeskreisen der historischen Museen in den Rat gewählt. Er ist davon überzeugt, dass der Protest Erfolg haben und das Museum nicht geschlossen wird. Entsprechend werde er für den Erhalt stimmen. Behlmer mahnte aber auch an, "sich an die eigene Nase zu fassen". Um mehr Einnahmen zu erzielen, müsse die Qualität der Ausstellungen in den Hamburger Museen verbessert werden.

Eine Auffassung, die Joachim Bordt (FDP), Landrat des Landkreises Harburg, teilt. Es bestehe seit Jahren ein Konsolidierungsbedarf. Bordt, der wegen der historischen Beziehung des Landkreises zum Helms-Museum im Stiftungsrat sitzt, hält gar nichts davon, das Museum zu schließen. "Bevor wir ein Haus schließen, müssen alle Alternativen geprüft werden", sagte er. Bereits unter der ehemaligen Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) sei ein Teilkonzept zur Konsolidierung erarbeitet worden, habe eine Expertenkommission Vorschläge entwickelt. Die Ergebnisse wolle er zunächst sehen.

Gestern Abend haben unterdessen die 15 Deputierten der Kulturbehörde getagt. Sie fordern Kultursenator Reinhard Stuth auf, mit Finanzsenator Carsten Frigge und Bürgermeister Christoph Ahlhaus über die geplanten Schließungen des Altonaer Museums, der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen und des Schauspielhauses zu sprechen. In einem Antrag fordern sie ausdrücklich, das Schauspielhaus zu erhalten.