Energiebilanz Hamburg

Rechenfehler: Hamburg bläst doch mehr Kohlendioxid in die Luft

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Bislang glaubte man, Hamburg hat seine CO2-Emmissionen seit 1990 um 22 Prozent reduziert. Jetzt kommt raus: Es sind nur 15 Prozent.

Hamburg. Hamburg schleudert offenbar deutlich mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre als bislang in öffentlichen Statistiken ausgewiesen. Seit 1990 sei der Ausstoß des gefährlichen Treibhausgases um gut ein Drittel weniger reduziert worden als bislang angenommen, teilte das Statistikamt Nord am Dienstag mit. Vor allem für die Jahre ab 2004 müsse man von einem höheren Wert für die von Hamburger Verbrauchern verursachten CO2-Emissionen ausgehen. Die "Korrekturbedarfe" seien in den vergangenen Wochen im Rahmen einer Überprüfung der Energiebilanzwerte Hamburgs sichtbar geworden, erklärte das Statistikamt. "Diese betreffen sowohl die Emissionen aufgrund des Stromverbrauches der Hamburgerinnen und Hamburger als auch die Berechnungen für die Emissionen der Fernwärme in der Hansestadt."

Der Amt zufolge wurde für das Jahr 2007 ein Ausstoß von 17,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid errechnet. Bislang waren 16 Millionen Tonnen ausgewiesen worden. "Somit reduziert sich der bisher für 2007 gegenüber dem Klimaschutz-Referenzjahr 1990 ausgewiesene Rückgang von knapp 22 Prozent auf 15 Prozent", erklärte das Statistikamt. Auf Grund der Korrektur gehen die Statistiker jetzt davon aus, dass der Stromverbrauch in Hamburg im Jahr 2007 zu knapp 7,5 Millionen Tonnen Kohlendioxidemmission geführt habe - 1,3 Millionen Tonnen mehr als als bisher bekannt. Die CO2-Emissionen der Fernwärme für Hamburg hätten bei 1,145 Millionen Tonnen gelegen. Bislang war man von 800.000 Tonnen ausgegangen.

Das Statistikamt führt die "statistischen Unsicherheiten" auf die Veränderungen der Energiemärkte zurück. Im Rahmen der Liberalisierung der Strommärkte seien die Energieversorger gesetzlich gezwungen worden, ihre Geschäftsfelder Erzeugung, Verteilung (Netzbetrieb) sowie Verkauf zu trennen. Zudem könnten die Endkunden inzwischen ihren Stromlieferanten frei wählen. Beide Effekte erschwerten es, den Stromverbrauch eindeutig abzugrenzen und darzustellen.