Protest gegen Atomkraft

Anti-Atom-Menschenkette ist für Özdemir ein "historisches Signal"

In Norddeutschland soll es eine 120 Kilometer lange Anti-Atom-Menschenkette geben. Im Abendblatt erklärt Grünen-Chef Özdemir, was sie für ihn bedeutet.

Hamburg. Grünen-Parteichef Cem Özdemir hat die für Sonnabend geplante Anti-Atom-Menschenkette als ein „historisches Signal“ gegen die Atompolitik der Bundesregierung bezeichnet. Özdemir sagte im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ (Sonnabend-Ausgabe): „Schwarz-Gelb richtet sich konsequent gegen den erklärten Willen der deutschen Bevölkerung, aus der Atomkraft auszusteigen. Und das wird die Regierung am Sonnabend zu spüren bekommen.“ Das Organisationsbündnis für die Menschenkette habe ein „riesengroßes Mobilisierungspotenzial“, so Özdemir.

Zum 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl werden am Sonnabend zehntausende Teilnehmer zu einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den norddeutschen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel erwartet. Neben den Grünen beteiligen sich auch SPD, Linkspartei und Gewerkschaften an der Aktion.

Özdemir kündigte im „Abendblatt“ an, dass allein die Grünen mit 80 Bussen aus ganz Deutschland an verschiedene Streckenabschnitte anreisen werden. „Wir arbeiten Tag und Nacht und sind guter Hoffnung, diese unglaublich lange Menschenkette tatsächlich bilden zu können“, sagt er. „Gelingt uns das, wird es ein historisches Signal gegen den von Schwarz-Gelb geplanten Wiedereinstieg in die Atomkraft.“ Özdemir bezeichnete die Meiler Krümmel und Brunsbüttel zudem als „dauerdefekte Schrottreaktoren“, die nie wieder ans Netz gehen dürften.

Der Grünen-Vorsitzende erinnerte daran, dass nicht allen Menschen bewusst sei, „was die Atomkraft für Konsequenzen mit sich bringt“. Özdemir betonte: „Eine durchschnittliche Verlängerung der Laufzeiten um 30 Jahre bedeutet doppelt so viel Atommüll, wie wir heute haben.“ In Gorleben und Asse sehe man, dass man in Salzstöcken keine sichere Lagerung garantieren könne. „Das große Industrieland Deutschland ist nicht in der Lage, das Endlagerproblem zu lösen“, so Özdemir weiter.

Das komplette Interview mit dem Grünen-Parteichef Cem Özdemir lesen Sie am Sonnabend im Hamburger Abendblatt.