Breite Straße

"Anna Elbe" kämpft gegen Abriss der Gründerzeithäuser

"Fatales Abriss- und Bauvorhaben": Initiative sammelt Unterschriften und appelliert in einem Offenen Brief an Bezirksamtsleiter Warmke-Rose.

Hamburg. Im Streit um die leerstehenden Gründerzeithäuser an der Breiten Straße 114/116 haben sich Mitglieder der Initiative „Anna Elbe“ nun in einem Offenen Brief an den Altonaer Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose und den Baudezernenten Dr. Reinhold Gütter gewandt. Darin fordern sie, dass Warmke-Rose und Gütter sich öffentlich für den Erhalt der historischen Häuser engagieren. Außerdem haben die Aktivisten von "Anna Elbe" eine Unterschriftenaktion gestartet, um den möglichen Abriss des Ensembles zu verhindern. Seit Kurzem kämpft die Initiative auch über eine Facebook-Seite für die Sanierung der Häuser.

+++++Droht Gründerzeithäusern an Breiter Straße der Abriss?+++++

Der zuständige Planungsausschuss hatte sich mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP im Vorfeld gegen den Erhalt der Gebäude ausgesprochen. Eine fatale Entscheidung, finden die Anwohner, die den Offenen Brief im Namen der Initiative "Anna Elbe" verfasst haben. Diese kämpt gegen die Privatisierung öffentlichen Raumes. Die Häuser an der Gründerstraße seien solide gebaut und machten mit ihrer aufwändigen Fassade den Stadtteil attraktiv, heißt es in dem Schreiben. Viele Menschen würden hier gern wohnen, schon öfter seien solche alten "Schmuckstücke" erfolgreich restauriert worden. Die Anwohner seien "erschrocken und zugleich empört" über die Abrisspläne.

Warmke-Rose und Gütter könnten das weitere Geschehen beeinflussen, wenn sie sich öffentlich für einen Erhalt der Häuser aussprechen, meinen die Aktivisten.

Seit Jahren steht das Gründerzeit-Ensemble mit der aufwändig gestalteten Fassade leer und verrottet. Vor dem Hintergrund des akuten Wohnraummangels in Hamburg gilt das laut Hamburgischem Wohnraumschutzgesetz bereits als Ordnungswidrigkeit – derzeit ist eine Verschärfung des Wohnraumschutzgesetzes im Gespräch , mit der Leerstand und "Ferienwohnungvermietung" bekämpft werden sollen.

+++++Initiative zeigt Leerstand und Zweckentfremdung an+++++

Bereits seit Dezember 2010 läuft entsprechend auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Eigentümer – bisher allerdings ohne Ergebnis, wie Kerstin Godenschwege vom Bezirksamt Altona mitteilte.

Wie es weitergeht, ist derzeit noch unklar. Bisher liege weder eine Abrissgenehmigung noch eine Genehmigung für den vom Architekturbüro Heyden und Hidde entworfenen Neubau vor, so Godenschwege. Mit diesem Neubau, so beklagen die Aktivisten von "Anna Elbe" in ihrem Brief, würde nicht nur geltendes Baurecht verletzt: Auch das soziale Ungleichgewicht im Stadtteil könnte sich bei Mietpreisen von 14,50 Euro pro Quadratmeter verschärfen, fürchten sie. (froeh)