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Comme il faut - Mode, wie sie sein soll

Der Hamburger Modedesigner Jan Mathias Wiehe entwirft in seinem Eimsbüttler Atelier Kleider, die jedem passen.

Nach "Silent Disco" und "Slow Food"-Bewegung war die Zeit überreif für eine Entschleunigung in der Modewelt: Slow Fashion. Was das ist, offenbart sich im Atelier von „Comme il faut“ (übersetzt: „wie es sein soll“): Etwas versteckt in einem Eimsbüttler Hinterhof arbeitet der Modedesigner Jan Mathias Wiehe an einem völlig neuartigen Konzept: „Nicht die schnelllebigen Trends interessieren mich, sondern die Entwicklung von Stil und Persönlichkeit.“ Die Kundinnen, die von Wiehe in den Showroom eingeladen werden, sehen zwei Kollektionen – Sommer und Winter – und können sich ihre Lieblingsteile aussuchen. Fachkundiges Personal passt die Modelle dann den jeweiligen Maßen an und berät, welche Größe die Richtige ist. Auch Farben, Muster und Stoffe können bei Kleidern (130-200 Euro), Hosen (ab 100 Euro), Jacken (ab 130 Euro) und Blusen (80-150 Euro) nach Wunsch geändert werden.

Innerhalb weniger Wochen wird die Ware verschickt und ist somit rechtzeitig vor der Saison bei den Kunden. Mit dem Hamburger Label „Comme il faut“, ein Ableger der Mutterfirma „Estomo“, ist Bestellmode in die next generation eingetreten. „Wenn wir unsere Kunden in den Showroom einladen, hat das etwas sehr Emotionales, Verbindliches“, sagt Wiehe, der das Atelier und die Musterwerkstatt zusammen mit seiner Frau betreibt. Keine Vertriebs-Agentur, keine Fantasie-Margen – die Mode, die mit ausgefallen bedruckten Stoffen und raffinierten Details überrascht, hängt nirgendwo im Laden. "Es gefällt mir nicht, dass die Händler meine Kollektion zerpflücken und meine Libelingsteile dann nicht mit ausgestellt werden", sagt Wiehe. Das Atelier dient als Pop up-Store - nur mit fester Adresse. Für die Zukunft könnte sich der 51-Jährige Events an ausgefallen Orten wie etwa eine Galerie in Wien vorstellen. Die Einladungen dazu werden dann wie immer über Facebook versandt.

Jan Mathias Wiehe ist aber nicht nur Mode-, sondern auch Möbelliebhaber. Hier kauft er am liebsten ein: „Der coolste Laden in Hamburg ist zweifelsfrei Sleeping Dogs. Der Concept Store von Carmen Gloger im Stilwerk zeigt hauptsächlich Möbel, aber auch Mode, Schmuck und Fahrräder. Exklusiv bekommt man hier italienisches Design der Marke Moroso. Seit Kurzem arbeitet die Inhaberin an einer eigenen Möbellinie und präsentiert regelmäßig Ausstellungen. Weiter geht’s nach Ottensen zu Birgit Lakke, die in ihrem Laden Am Rathenaupark 13 den holländischen Designer Piek Hein Eek ausstellt (der massive Holztisch in Tim Mälzers „Bullerei“ stammt von ihm). Gleich nebenan sitzt das Polsterer-Atelier Le Tapisssier – hier fühlt man sich wirklich wie in Paris!“ (val)

Comme il faut, Eimsbüttler Chaussee 37a, 20259 Hamburg, www.comme-il-faut-fashion.de