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Besuch in Hamburg

Udo Walz: Kein Friseur zum Ausweinen

Foto: Patrick Piel

Der Maestro, der seit den 60er-Jahren Haare schneidet, stellte seine Pflegeserie in Hamburg vor - und eins klar: Er wäscht jedem den Kopf.

Altstadt. Der bekannte Friseur kommt - entgegen seiner Gewohnheit - zu spät. Nicht zum Interview, sondern zu Mirja du Mont. Die Hamburgerin, die zufällig bei Mod's Hair an der Domstraße im Frisiersessel sitzt, hat die Haare bereits schön für einen Auftritt. Es bleibt Udo Walz also nichts anderes übrig, als ein bisschen zu plaudern und Frau du Monts gelungene Haarfarbe zu bewundern.

Pünktlich zum Verkaufsstart präsentierte der 66-Jährige gestern im Salon seines Kollegen Jörg Oppermann seine neue Haarpflegeserie in Hamburg. Mit Repair- und Volumen-Produkten soll man sich "fühlen wie (s)ein Star" - ohne darauf sparen zu müssen. Um neun Euro kosten die Shampoos und Spülungen, die demnächst bei Budnikowsky im Regal stehen.

Der Maestro, der seit den 60er-Jahren Haare schneidet und mittlerweile neun Salons in Berlin und auf Mallorca betreibt, gibt sich ganz volksnah. "Bei mir bekommt jeder, der sich anmeldet, einen Termin und eine kostenlose persönliche Beratung von mir." Rund vier Wochen Wartezeit müssen Kunden aber schon einplanen, ob sie nun aus Amerika oder Amelinghausen kommen. Starfriseur - diesen Titel fände er ohnehin beleidigend. "Ich bin Friseur, Handwerker, und hatte das große Glück, aus meinem Hobby einen Beruf machen zu können."

Angefangen hatte alles bei einem Fototermin mit Marlene Dietrich in St. Moritz. "Meine damalige Chefin wurde krank und so musste ich einspringen. Fortan war ich der Liebling der Fotografen." Zusammen mit dem Hamburger Fotografen F. C. Gundlach gestaltete er unzählige Titelbilder für "Brigitte", arbeitete für "Vogue", Jil Sander und Helena Rubinstein. Und wurde so auch zum Liebling der Prominenten: Claudia Schiffer, Angela Merkel, Gwyneth Paltrow - sie alle schwören auf Udo, vielleicht weil er nach eigenem Bekunden nicht nur verschwiegen, sondern auch eher maulfaul ist. "Bei mir wird nicht viel geredet. Und die Frauen von heute nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand, die brauchen keinen Friseur mehr, um sich auszuweinen."

Ans Aufhören denkt der Mann, der seit 35 Jahren erfolglos Diät betreibt, noch lange nicht. "Wenn es sein muss, schiebe ich noch im Rollstuhl durch den Salon", sagt Walz, der demnächst eine Hair&Beauty-Schule in der Hauptstadt und zwei weitere Salons in Stuttgart und Zürich eröffnen will. Nur im Norden wartet man vergebens auf eine Walz-Dependance. "Hier gibt es so viele gute Friseure, ihr braucht mich nicht", sagt der gebürtige Schwabe, der mit Partner Carsten Thamm, zwei Haushälterinnen und Hunden an zwei Wohnsitzen in Berlin lebt, nie nach Mallorca fliegt und von Hamburg im Sommer als "schönste Stadt Europas" schwärmt: "Ich liebe den Blick vom Hotel Atlantic auf die Alster!"

Hamburger Kundinnen wie Vicky Leandros und Ursula Karven müssen also weiterhin zum Kurfürstendamm pilgern. Oder sich einfach mithilfe einer Udo-Walz-Sprühkur aus der Drogerie wie ein Star fühlen.