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Hamburger Reeder unterstützen milliardenschweren Klima-Fonds

Wie grün wird der Hamburger Hafen, wie grün wird die globale Schifffahrt? Der Klimawandel beschäftigt auch die Hamburger Reeder.

Wie grün wird der Hamburger Hafen, wie grün wird die globale Schifffahrt? Der Klimawandel beschäftigt auch die Hamburger Reeder.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Neue Abgabe von zwei US-Dollar pro Tonne Brennstoff. Antriebe mit grünem Wasserstoff, Ammoniak, Brennstoffzellen sind geplant.

London/Hamburg. Erst vor wenigen Tagen hat die nichtstaatliche Organisation Transport & Environment eine Studie herausgebracht, wonach die Schifffahrt deutlich klimaschädlicher sein soll, als bisher angenommen. Schon reagiert die Industrie: So wollen Schifffahrtsunternehmen aus aller Welt einen Fonds einrichten, aus dem Forschungen und Entwicklungen finanziert werden sollen, um die Schifffahrt CO2-frei zu machen.

Der Fonds soll fünf Milliarden Dollar umfassen (umgerechnet knapp 4,5 Milliarden Euro) und durch Reedereien in aller Welt über zehn Jahre verbindlich finanziert werden. Das gab der Verband Deutscher Reeder (VDR) bekannt. Der VDR gehört zu den stärksten Mitgliedern des Internationalen Schifffahrtsverbands ICS, der die Initiative nun der Öffentlichkeit präsentiert hat.

So wollen die Reeder die Klimaziele einhalten

„Das Geld soll ausschließlich dazu verwendet werden, saubere Antriebsarten zu entwickeln“, sagte VDR-Geschäftsführer Ralf Nagel. Derzeit würde der Einsatz von regenerativ gewonnenem Wasserstoff als Treibstoff oder auch Ammoniak diskutiert. Ebenso synthetische Kraftstoffe oder eben Batterieantriebe. „Wir brauchen eine Lösung, wenn wir unsere Klimaziele einhalten wollen. Deshalb benötigen wir eine Beschleunigung der Entwicklung für kommerziell nutzbare Schiffe ohne Treibhausgasemissionen zu Beginn der 2030er-Jahre“, so Nagel. Bis 2050 will die Branche ihre Treibhausgase halbieren. Darauf hat sich die Schifffahrt verständigt.

Eingesammelt werden soll das Geld für den Fonds über einen Treibstoff-Zuschlag an den Schiffs-Tankstellen. Von jeder Tonne Bunker, die in den Bauch eines Handelsschiffes gepumpt werde, sollen zwei Dollar (1,80 Euro) in den Fonds fließen. Derzeit kostet eine Tonne Treibstoff je nach Qualität und Schwefelgehalt zwischen 270 und 600 Dollar.

Klima-Fonds soll von der Uno beaufsichtigt werden

Voraussetzung für den Fonds ist, dass alle mitmachen, damit es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt, so Nagel. Deshalb soll die Abgabe verpflichtend werden. Dazu benötigt man eine gesetzliche Vorgabe, welche die Schifffahrt jetzt von der Politik einfordern will.

Damit das Geld in die richtigen Hände kommt, soll für die Verwaltung des Fonds eine nichtstaatliche Organisation gegründet werden, die von der Internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) beaufsichtigt werden soll. Alle großen Schifffahrtsorganisationen haben dem Vorschlag zugestimmt. Sie vertreten 90 Prozent der kommerziellen Schifffahrt weltweit. „Wir wollen als Industrie die Klimaziele der IMO erreichen oder womöglich sogar übertreffen. Dafür brauchen wir jedoch eine technologische Revolution“, sagte VDR-Präsident Alfred Hartmann