Bankerboni

EU regelt "Bonuswahnsinn im Bankenwesen"

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Hohe Prämien für Manager gelten als Mitauslöser der Finanzkrise. Die EU geht jetzt als erster Wirtschaftsraum dagegen vor.

Straßburg. Die EU deckelt als erster Wirtschaftsraum Bonuszahlungen für Bankmanager. Das Parlament in Straßburg verabschiedete mit überwältigender Mehrheit eine Richtlinie, die die Prämien ab Januar 2011 begrenzt und an das Grundgehalt koppelt. Es sei „höchste Zeit, dass der Bonuswahnsinn im Bankenwesen ein Ende findet“, begründete der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Udo Bullmann, den Eingriff.

Hohe Managerprämien gelten als Mitauslöser der Finanzmarktkrise, weil sie zu besonders riskanten Geschäften reizen können. Mit Steuergeld geretteten Banken wurde ein Boni-Verbot erteilt - bis sie die Überbrückungshilfe zurückgezahlt haben. Für die übrigen Banken gilt zwar auch künftig keine einheitliche Obergrenze, wie sie das Parlament ursprünglich festziehen wollte. Stattdessen sollen die Banken selbst eine Grenze festlegen, deren Verhältnismäßigkeit aber von den Aufsichtsbehörden attestiert werden muss.

Strikter sieht der Eingriff in die Auszahlungsmodalitäten aus: Nur noch 60 Prozent der vereinbarten Boni dürfen künftig sofort ausgezahlt werden, und davon nur die Hälfte in bar; der Rest in Aktien oder Optionsscheinen. Die übrigen 40 Prozent der Boni werden für drei bis fünf Jahre zurückgehalten. Damit werde sichergestellt, dass die Manager stärker den langfristigen Erfolg ihrer Bank in den Blick nähmen, sagte die Berichterstatterin Arlene McCarthy. Erweisen sich Geschäfte binnen dieser Frist als verlustbringend, können die Prämien im Nachhinein gekürzt werden.

Zudem müssen Pensionen für Banker in Führungspositionen zunächst im Reservekapital der Bank verbleiben. „Die Prämien müssen auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet sein, sagte der CDU-Europaabgeordnete Burkard Balz. „Und Luxuspensionen für gescheiterte Spitzenbanker sind künftig passé.“

Im Plenum stimmten 625 Abgeordnete für die Richtlinie, 28 dagegen, es gab 37 Enthaltungen.