Heizen mit Fernwärme

Aurubis liefert bald Wärme für 20.000 Hamburger Haushalte

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Nachtschicht bei Kupferproduzent Aurubis. Die Fernwärme wird nicht aus der Hitze der Schmelzöfen gewonnen, sondern durch chemische Reaktionen bei der Herstellung von Salzsäure.

Nachtschicht bei Kupferproduzent Aurubis. Die Fernwärme wird nicht aus der Hitze der Schmelzöfen gewonnen, sondern durch chemische Reaktionen bei der Herstellung von Salzsäure.

Foto: Marcelo Hernandez

Statt fossile Brennstoffe nutzt die Hamburger Kupferhütte chemische Reaktionen und heizt so 20.000 Haushalte – vollkommen CO2-frei.

Hamburg.  In Hamburg entsteht Deutschlands größtes Heizungsnetz, das durch Industrieabwärme erhitzt wird. Die Hamburger Energiewerke haben an der Nordkanalstraße in Hammerbrook mit den Arbeiten für den Bau einer neuen, 2,5 Kilometer langen Fernwärme­leitung begonnen, die vom Winter 2024 an rund 20.000 Haushalte in der Stadt versorgen soll. Lieferant der Wärme ist die Kupferhütte Aurubis. Das Unternehmen hat mit den Energiewerken einen festen Wärmeliefervertrag geschlossen.

Aurubis stellt nicht nur Kupfer her, sondern als Nebenprodukt auch Salzsäure. Bei deren Gewinnung entsteht in einem chemischen Prozess große Wärme, die normalerweise in die Umwelt abgegeben wird. Nun wird sie zum Erhitzen von Wasser genutzt, das durch Rohrleitungssysteme von Aurubis über einen Wärmespeicher auf der Peute und ein Umformwerk an der Spaldingstraße bis zur Billhorner Brückenstraße fließt, wo die Wärme ins allgemeine Fernwärmenetz eingespeist wird. Die Leitung verläuft in etwa zwei Meter Tiefe unter dem Straßennetz. Die Investitionen belaufen sich auf 30 Millionen Euro.

Heizen mit Fernwärme: vollkommen CO2-frei

Das Besondere daran: Die Wärme entsteht nicht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, sondern von selbst in einer chemischen Reaktion. Sie ist damit vollkommen CO2-frei. Nach Fertigstellung können so jedes Jahr bis zu 100.000 Tonnen CO2-Emissionen in der Hansestadt eingespart werden, versprechen die Energiewerke.

Die angestrebte Wärmelieferung stellt die größte Nutzung von industrieller Wärme in Deutschland dar. Deshalb wird das Projekt gefördert: Die Umbaumaßnahmen im Aurubis-Werk werden über das Programm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt. Die Hamburger Energiewerke hoffen auf Zuschüsse für die Errichtung eines Wärmespeichers im Jahr 2023 und die begonnene Leitungsanbindung des Industriestandorts auf der Peute.

( mk )

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