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Kühne will bei Hafenfusion von Hamburg und Bremen einsteigen

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Klaus-Michael Kühne auf der Bar-Terrasse seines Hotels „The Fontenay“ an der Außenalster. Der Milliardär will sich an der Hafenfusion von Hamburg und Bremen beteiligen.

Klaus-Michael Kühne auf der Bar-Terrasse seines Hotels „The Fontenay“ an der Außenalster. Der Milliardär will sich an der Hafenfusion von Hamburg und Bremen beteiligen.

Foto: Marcelo Hernandenz / Funke Foto Services

"Rivalität neutralisieren": Milliardär Klaus-Michael Kühne möchte die Stadtstaaten aufrütteln – und macht ihnen ein Angebot.

Hamburg.  Der Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne will die Kooperation der norddeutschen Häfen vorantreiben. In einem Brief an die Senatoren und Bürgermeister der Hansestädte Hamburg und Bremen bot der Milliardär an, sich auch persönlich mit seiner Kühne Holding AG finanziell zu beteiligen. „Das könnte helfen, die Rivalität zu neutralisieren“, sagte Kühne dem Abendblatt.

„Vor allem aber geht es mir darum, die Stadtstaaten aufzurütteln. Bremen ist sehr aufgeschlossen, hat sich gleich gemeldet und einen Termin vereinbart.“ Aus Hamburg habe er erst nach Wochen überhaupt eine Antwort erhalten. Auf Bundesebene sieht man der Vorstoß nach Abendblatt-Informationen positiver: So hat sich der Staatssekretär des Verkehrsministeriums, Enak Ferlemann (CDU), schon mit Kühne zu einem Gedankenaustausch getroffen.

Bereits im Mai 2020 hatten die Hamburger HHLA und die Bremer Eurogate Gespräche aufgenommen. Sie hatten eine engere Kooperation im Containergeschäft zum Ziel und sollten die Häfen der Deutschen Bucht zusammenführen. Seit 16 Monaten kommen die Verhandlungen aber nur mühsam voran.

Klaus Michael-Kühne sorgt sich um Hamburger Hafen

Kühne sagte dem Abendblatt: „Die Hamburger wollen die Führung, da machen die Bremer aber nicht mit – zumal Wilhelmshaven in die Überlegungen einzubeziehen ist.“ Es sieht keine Alternative zur Zusammenarbeit oder Verschmelzung. Auch Rotterdam und Antwerpen verfolgten eine gemeinsame Strategie. „Es wäre töricht, wenn die deutschen Häfen nicht gegenhalten würden. Als große Wirtschaftsnation braucht Deutschland starke Häfen.“

Kühne sagte, ihn treibe die Sorge um Hamburg: „Mir ist wichtig, dass die Stadt mit ihrem Kernstück, dem Hafen, nicht verkümmert.“ Er fürchtet, dass Hamburg langfristig trotz Elbvertiefung verlieren könnte. Die großen Schiffe passten nicht unter der Köhlbrandbrücke durch und kämen nicht mehr in die Stadt.

„Deshalb werden Bremerhaven und Wilhelmshaven in Zukunft stärker gefragt sein. Hamburg muss sich stärker in diese Debatte einbringen. Wir könnten die Amerikadienste und die kleineren Schiffe an der Elbe konzentrieren. Eine Gesamtstrategie ist für alle ökonomisch klüger.“

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