Luftfahrt

Airbus meldet Fortschritte beim „grünen Flugzeug“ in Hamburg

| Lesedauer: 2 Minuten
Im September 2020 stellte Airbus drei Konzeptstudien für „grüne Flugzeuge“ vor. Nun macht das Unternehmen Fortschritte bei der neuen Technologie.

Im September 2020 stellte Airbus drei Konzeptstudien für „grüne Flugzeuge“ vor. Nun macht das Unternehmen Fortschritte bei der neuen Technologie.

Foto: Airbus

Flugzeugbauer forscht mit Partnern an Tanks, Turbinen und Brennstoffzellen. Trotz Klimaschutzmaßnahmen soll Fliegen kein Luxus werden.

Hamburg.  Im September 2020 verkündete Airbus die Pläne, bis 2035 das weltweit erste emissionsfreie Flugzeug in den Dienst zu stellen. Als Konzeptstudien wurden drei stark unterschiedlich aussehende Flieger vorgestellt, die jeweils als Antrieb Wasserstoff nutzen.

Nun meldet der Flugzeugbauer dank Kooperationen mit Partnern Fortschritte. „Es gibt sehr viele, sehr konkrete Ergebnisse als Teilchen eines Puzzles, die uns gemeinsam dazu bringen werden, den sehr ambitionierten 2035-Meilenstein zu erreichen“, sagte Technologiechefin Grazia Vittadini in einer Videokonferenz des Branchenverbandes BDLI.

Wasserstoff braucht mehr Volumen als Kerosin

Zentrales Element für den neuen Flieger ist der Tank. Wasserstoff muss bei minus 250 Grad Celsius in flüssiger Form gekühlt werden und braucht viermal mehr Volumen als Kerosin. „Die Tanks müssen vom Flügel in den Rumpf verlegt werden“, so Vittadini. Die Flugzeuge werden breiter und länger. Das beeinflusst Aerodynamik und Architektur.

„Wir müssen ein neues Flugzeug um den neuen Antrieb herumbauen“, sagte Vittadini. Man kooperiere mit ElringKlinger, damit die erste Brennstoffzelle für die Luftfahrt zugelassen werden könne. Mit den Triebwerksherstellern MTU und Rolls-Royce arbeite man „an modifizierten Gasturbinen, die in der Lage sein werden, Wasserstoff direkt zu verbrennen“. Bis 2025 wolle man die Konfiguration des „grünen Flugzeuges“ festgelegt haben, das auf Regional- und Mittelstrecken eingesetzt werden soll.

Zusätzliche Staatsgelder für alternative Antriebe

Thomas Jarzombek (CDU), Luftfahrtbeauftragter der Bundesregierung, kündigte an, dass zusätzlich 200 Millionen Euro Forschungsgelder für elektrische und Wasserstoffantriebe zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen gerne, dass 2030 wirklich Regionalflugzeuge elektrisch fliegen“, so Jarzombek.

Lesen Sie auch:

Auf Langstrecken setzt die Branche auf nachhaltiges Kerosin (SAF), das mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. Rolls-Royce testet zwei Triebwerke mit 100 Prozent SAF. „Eigentlich brennen die sogar besser als fossiles Kerosin“, sagte Geschäftsführungsmitglied Jörg Au. Es sei die schnellste und einfachste Möglichkeit, klimaneutrales Fliegen voranzubringen. Noch ist die Menge an SAF allerdings viel zu gering, entsprechend hoch die Preise.

Fliegen soll kein Luxus werden

Dass Fliegen künftig ein Luxusgut sein werde, denkt Au nicht. Das sieht MTU-Technikvorstand Lars Wagner ähnlich. Er erwartet, dass SAF bei großer Nachfrage statt wie heute eines Vielfachen künftig nur noch 20 bis 30 Prozent teurer sein wird als herkömmliches Kerosin. Die Spritkosten machten ohnehin nur etwa 30 Prozent der operativen Kosten aus, „sodass es nicht zu einer dermaßen Verteuerung führen wird, dass sich nur die Reichen das Fliegen leisten können“.

( woh )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft