Masterplan 2020

Senat prüft zehn neue Flächen für Handwerkerhöfe

Handwerk in HAmburg: Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann (r.) mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, Mitte) bei Eröffnung der Meistermeile am Offakamp.  Neben ihnen steht Julia Metz, die dort eine Backstube betreibt.

Handwerk in HAmburg: Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann (r.) mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, Mitte) bei Eröffnung der Meistermeile am Offakamp. Neben ihnen steht Julia Metz, die dort eine Backstube betreibt.

Foto: Michael Rauhe

Stadt sieht Meistermeile in Lokstedt als Vorbild. 18 Hektar Fläche seien für Handwerkerhöfe in der Prüfung. Finanzierung aber unklar.

Hamburg.  Seit 2012 wurde geplant, das Projekt verzögerte sich mehrfach, doch seit Juni 2019 ist die Meistermeile am Offakamp in Hamburg-Lokstedt eröffnet – und entwickelt sich nach anfänglich hohem Leerstand offenbar erfolgreich. Mittlerweile seien 50 Betriebe in den Handwerkerhof eingezogen, die Belegungsquote liege bei 75 Prozent, drei Betriebe hätten sich bereits vergrößert, einer habe es vor, sagte Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann am Dienstag im Rathaus.

Dort unterzeichnete Stemmann zusammen mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) die jährliche Fortschreibung des Masterplans Handwerk 2020. Ein Baustein: Das Modell vom Offakamp soll Schule machen.

Mittlerweile gebe es zehn weitere innerstädtische Projekte, aus denen Handwerker- und Gewerbehöfe hervorgehen sollen. Wohnen und Arbeiten sollen verzahnt bleiben beziehungsweise wieder werden. „Momentan reserviert haben wir 18 Hektar“, sagte Westhagemann. Flächenpotenziale am Huckepackbahnhof in Rothenburgsort und an der Krausestraße in Dulsberg seien „kurzfristig verfügbar“, hieß es. Der bereits begonnene Bau des Handwerker- und Gewerbehofs am Holsteinischen Kamp/Marschnerstraße (Barmbek) soll in der ersten Jahreshälfte 2021 in Betrieb gehen.

Mit 35 Millionen Euro förderte die Stadt die Meistermeile in Lokstedt

Das größte Vorhaben ist auf einer Fläche am Rübenkamp (Barmbek) geplant. Dabei handelt es sich um einen von der Größe mit der Meistermeile vergleichbaren mehrgeschossigen Gebäuderiegel. Die 11.400 Quadratmeter große Meile in Lokstedt hatte die Stadt mit 35 der insgesamt gut 52 Millionen Euro Investitionsvolumen gefördert. Wie viel Geld die Stadt für die nun möglichen zehn Projekte in die Hand nimmt, ist offen. Das Investitionsprogramm hänge von den „verfügbaren Haushaltsmitteln“ ab, hieß es.

Stemmann war zufrieden, dass die Stadt mehr Flächen zur Verfügung stellen will. Auch freute er sich, dass die Qualifizierungsmaßnahmen für im Ausland erlangte Berufsabschlüsse nun dauerhaft finanziert werden. Das größte Thema sei aber weiter der Verkehr. „Da müssen wir Lösungen finden“, sagte Stemmann.

CDU fordert Masterplan Mittelstand 2030

Das forderten auch die Oppositionsparteien. „Bei der Entwicklung möglicher autofreier Quartiere muss der Lieferverkehr auch zukünftig berücksichtigt werden“, sagte FDP-Fraktionschefin Anna von Treuenfels. Mobilität sei für Handwerker essenziell. David Erkalp von der CDU, die einen Masterplan Mittelstand 2030 ins Spiel brachte, forderte „Regelungen, die Handwerkern das Parken am Einsatzort erleichtert“ wie temporäre Parkzonen.