Übernahme

Commerzbank kann Comdirect doch schnell integrieren

| Lesedauer: 2 Minuten
Logo der Online-Bank Comdirect.

Logo der Online-Bank Comdirect.

Foto: dpa

Durch die Übernahme eines Aktienpakets hat die Großbank die Beteiligungsschwelle von 90 Prozent überschritten.

Quickborn.  Mitte Dezember schien es, als müsse die Commerzbank bei der beabsichtigten Integration ihrer Quickborner Onlinebank-Tochter Comdirect den mühsameren und langsameren Weg gehen: Der Versuch, mittels eines Übernahmeangebots die Beteiligungsquote von 82 Prozent auf mindestens 90 Prozent zu bringen, war gescheitert, nur wenige Comdirect-Aktionäre hatten Bereitschaft gezeigt, ihre Papiere den Frankfurtern zum Angebotspreis von 11,44 Euro je Titel zu verkaufen.

Nun hat die Commerzbank ihr Ziel doch noch erreicht: Durch die Übernahme eines Comdirect-Aktienpakets des Londoner Finanzinvestors Petrus Advisors hat die Großbank nach eigenen Angaben die Beteiligungsschwelle von 90 Prozent überschritten und darf somit die restlichen Comdirect-Anteilseigner gegen eine Barabfindung herausdrängen.

Commerzbank-Chef wollte Angebotspreis ursprünglich nicht erhöhen

Mit einer Beteiligung von 7,5 Prozent war Petrus Advisors der größte außenstehende Aktionär der Comdirect. Der Finanzinvestor hatte zwar den Plan der Commerzbank, ihre Quickborner Tochter zu integrieren, von Anfang an begrüßt, er hielt aber den gebotenen Preis von 11,44 Euro je Aktie für zu niedrig. Der Kaufpreis stehe „in keinem Verhältnis zu den finanziellen Vorteilen, die für die Commerzbank im Falle einer Komplettübernahme entstehen“, teilte Petrus Advisors Anfang Dezember mit.

Über den jetzt zwischen dem Finanzinvestor und der Commerzbank vereinbarten Preis wurde zwar Stillschweigen vereinbart. Er dürfte aber mindestens auf dem Niveau des Comdirect-Börsenkurses zum Ende der vorigen Woche von gut 13 Euro je Aktie liegen. Ursprünglich hatte Commerzbank-Chef Martin Zielke gesagt, er wolle den Angebotspreis nicht erhöhen.

„Plan B“ konnte vermieden werden

Durch die jetzt bekannt gegebene Transaktion muss Zielke nicht auf seinen „Plan B“ für die Integration der Com­direct zurückgreifen. Wäre die 90-Prozent-Schwelle nicht erreicht worden, hätten die außenstehenden Comdirect-Anteilseigner Commerzbank-Aktien in einem gutachterlich ermittelten Tauschverhältnis erhalten. Hauptversammlungen beider Banken hätten dem zustimmen müssen.

( v.m. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft