Drogeriemarkt-Kette

Edeka stockt Anteile bei Budni-Gesellschaft auf

Budni behielt mit 74,9 Prozent die Oberhand in dem Unternehmen. Das könnte sich ändern.

Budni behielt mit 74,9 Prozent die Oberhand in dem Unternehmen. Das könnte sich ändern.

Foto: imago/Chris Emil Janßen

Der Handelskonzern Edeka beantragt beim Bundeskartellamt die Kontrolle über die gemeinsame Einkaufstochter.

Hamburg.  Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren ging die alteingesessene Hamburger Drogeriemarkt-Kette Budnikowsky ein Joint Venture mit dem Einzelhandelskonzern Edeka ein. Zusammen wollte man außerhalb der Stadt wachsen und den Konkurrenten im umkämpften Drogeriemarkt, wie dm und Rossmann, Einhalt gebieten. Rund 100 Mitarbeiter aus Einkauf, Marketing, Werbung und IT-Dienste brachte Budni in die Gemeinschaftsgesellschaft ein und behielt mit 74,9 Prozent die Oberhand in dem Unternehmen. Jetzt wurde bekannt, dass Edeka die alleinige Kontrolle über die Budni Handels- und Servicegesellschaft (BHSG) übernehmen will. Ein entsprechender Antrag liegt dem Bundeskartellamt vor. „Wir überprüfen das“ bestätigte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde. Zunächst hatte das Branchenblatt „Lebensmittelzeitung“ darüber berichtet.

Edeka spricht von einem „planmäßigen“ Schritt. Bereits bei der Gründung der gemeinsamen Gesellschaft war dem Lebensmittelhändler die Option eingeräumt worden, seine Anteile zu erhöhen. Beispielsweise in Form einer Umkehr der Mehrheitsverhältnisse, so dass Edeka 74,9 Prozent übernimmt und Budni 25,1. „Wir streben nicht 100 Prozent an, sondern stocken lediglich auf. Budni bleibt an der Gesellschaft beteiligt. Das Gemeinschaftsunternehmen wird auch nicht aufgelöst“, sagte ein Edeka-Sprecher dem Abendblatt. Im Juli waren die Budni-Eigentümer, die Familie Wöhlke, aus der Geschäftsführung der BHSG ausgestiegen. Seitdem hatte Edeka schon das alleinige Sagen auf der Verantwortungsebene. Im September waren weitere 66 Service-Mitarbeiter von der Budni-Zentrale in Wandsbek in den Edeka-Hauptsitz in der City Nord gewechselt.

Budni profitiert von günstigeren Einkaufskonditionen

Von dem gemeinsamen Handelsgesellschaft erhoffen sich beide Seiten Vorteile. Edeka erwirbt Kompetenzen im Drogeriebereich. Budni profitiert von den deutlich günstigeren Einkaufskonditionen des großen Handelskonzerns. Zusammen wollen sie im Bundesgebiet expandieren und in Märkte vordringen, die bisher von anderen Drogeriemarkt-Ketten besetzt sind. Budni allein hätte das nicht gekonnt. Das Unternehmen ist in Hamburg zwar Marktführer, aber national zu klein. Derzeit betreibt die BHSG neun Filialen im Bundesgebiet – mit Ausnahme der Hauptstadt. Das Expansionsgeschäft in Berlin bleibt in der Hand der Iwan Budnikowsky GmbH und der Gründerfamilie Wöhlke.

Beide Unternehmen betonten, dass der Schritt keine Bedeutung für die Hamburger Drogeriemärkte habe. „Die Budni Vertriebsgesellschaft der Familie Wöhlke betreibt weiter die Stammfilialen“, hieß es in der Edeka-Mitteilung. Eine Sprecherin von Budnikowsky sagte, das Unternehmen bleibe von den Änderungen bei der gemeinsamen Handelsgesellschaft unberührt. „Budni betreibt weiter die 180 Filialen in Hamburg und zwei in Berlin.“