Auftritt in Hamburg

Airbus-Chef: CO2-emissionsarmes Flugzeug könnte 2035 fliegen

Der Airbus-Chef Guillaume Faury im Hamburger Werk des Flugzeugbauers (Archivfoto).

Der Airbus-Chef Guillaume Faury im Hamburger Werk des Flugzeugbauers (Archivfoto).

Foto: Michael Rauhe

Maschine könnte auf A320-Nachfolger basieren, sagte Vorstandschef Faury in Hamburg. A321 dürfte bald auch in Toulouse gebaut werden.

Hamburg. Airbus schreibt sich das Thema grünes Fliegen verstärkt auf die Agenda. „Unser Ziel ist es, das erste CO2-emissionsarme Passagierflugzeug der Welt zu bauen“, sagte Vorstandschef Guillaume Faury am Donnerstagabend bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Luftfahrt-Presseclubs und des Cubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Diese Maschine könne möglicherweise auf einem A320-Nachfolger basieren und mit hybridelektrischem Antrieb ausgestattet sein.

Den norddeutschen Forschungszentren in Bremen, Stade und dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) auf Finkenwerder kämen dabei wichtige Rollen bei der Entwicklung zu. „Unser Ziel ist es, das Flugzeug bis 2035 am Himmel zu haben“, sagte Faury. Dafür bedürfe es aber noch immenser Investitionen.

"Falsch, mit dem Finger auf die Luftfahrt zu zeigen"

Generell werde die Luftfahrt im allgemeinen und Airbus im speziellen seinen Beitrag leisten, um die globale Erderwärmung zu stoppen. Die Branche sei aber nur für zwei Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich, das Internet schon für vier und bald fünf Prozent. Und der Großteil entstünde durch das Heizen von Häusern und den allgemeinen Konsum.

Es sei zu einfach, wenn die Menschen mit dem Finger auf die Luftfahrt zeigen und sagen, dass die Branche an der Erderwärmung Schuld sei. „Ich finde, das ist nicht okay“, sagte Faury.

A321-Produktion bald in Frankreich?

Schon bald dürfte eine Entscheidung bei der Ausweitung der A321-Produktion fallen. Das längste Modell des Verkaufsschlagers A320-Familie wird immer stärker von Airlines nachgefragt. Bisher wird es nur in Hamburg (abgesehen von wenigen Exemplaren in Mobile/USA) endmontiert.

Faury deutete an, dass sich diese Situation bald ändern dürfte. „Es gibt einen Vorteil für Toulouse“, sagte der Franzose. Dort werden bisher auf zwei Endmontagelinien nur A320-Flieger gefertigt. Eine Lösung könnte sein, eine dieser Linien so umzubauen, dass der größere A321 auch in Toulouse gebaut werden kann. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, so Faury.

A380-Aus: "Wir sind traurig"

Mit etwas Wehmut blickte er auf das Aus für den A380. Das größte Passagierflugzeug der Welt soll 2021 letztmals gebaut werden. „Wir sind traurig“, sagte Faury. Aber es sei eine Entscheidung des Marktes gewesen. Die Nachfrage nach dem Riesen-Airbus, der bis zu 853 Fluggäste fasst, war nicht mehr vorhanden. Die Zeiten für Flugzeuge mit mehr als 500 Passagieren sei wohl vorbei, lautet Faurys Einschätzung.

Die wichtigsten Fakten zu Airbus in Deutschland:

  • Standorte: 27
  • Mitarbeiter: mehr als 50.000, davon 14.000 in Hamburg
  • Jahresumsatz: 4,7 Milliarden Euro