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Lufthansa: Streik könnte bis zu 140 Flüge in Hamburg treffen

Eine Maschine der Lufthansa startet am Hamburger Flughafen. Für Donnerstag und Freitag hat die Gewerkschaft UFO die Flugbegleiter zum Streik aufgerufen.

Eine Maschine der Lufthansa startet am Hamburger Flughafen. Für Donnerstag und Freitag hat die Gewerkschaft UFO die Flugbegleiter zum Streik aufgerufen.

Foto: dpa / Picture-Alliance / Bodo Marks

Gewerkschaft UFO ruft Flugbegleiter der Lufthansa zum Arbeitskampf auf. Ausweitung auf andere Airlines möglich.

Hamburg.  Dieser Arbeitskampf hatte sich angedeutet. Am Freitagabend teilte die Flugbegleitergewerkschaft UFO mit, dass sich die Mitglieder für Streiks bei der Lufthansa und ihren Tochtergesellschaften ausgesprochen hatten. Die Zustimmung habe zwischen 77,5 und 96,2 Prozent gelegen. Am Montagmittag machte die Gewerkschaft Ernst. Sie kündigte im Tarifstreit für diesen Donnerstag ab 0 Uhr bis Freitag um Mitternacht einen 48 Stunden dauernden Streik an. „Es sind alle Lufthansa-Flüge betroffen, die in dieser Zeit in und aus Deutschland starten“, sagte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr.

Damit könnte auch der Hamburger Flughafen von dem Arbeitskampf massiv betroffen sein. Die Lufthansa fliegt von Fuhlsbüttel aus die beiden deutschen Drehkreuze an. Am Donnerstag stehen laut Hamburg Airport je 19 Ankünfte aus und Abflüge nach München im Flugplan. Mit dem bundesweit größten Flughafen in Frankfurt sind jeweils 16 Verbindungen in beide Richtungen geplant. Für den Freitag sind dieselbe Zahl an Flügen vorgesehen, also je 19 Starts nach und Landungen aus München sowie je 16 nach und aus Frankfurt. Potenziell von Streichungen gefährdet sind damit an beiden Tagen zusammen 140 Flüge ab oder nach Fuhlsbüttel.

Wie viele Flüge tatsächlich ausfallen werden, ist offen. „Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an einem Sonderflugplan“, teilte die Lufthansa umgehend auf Twitter mit. Die Kranich-Linie verurteilte den Streikaufruf von UFO „auf das Schärfste“ und werde rechtliche Schritte wie zum Beispiel einstweilige Verfügungen prüfen. Bei allen betroffenen Passagieren entschuldige man sich für die Unannehmlichkeiten.

Lufthansa will erst im Februar mit UFO verhandeln

Seit Monaten streitet sich die Fluglinie mit der Gewerkschaft. UFO hatte erhebliche interne Querelen. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind nur noch zwei von einst sieben Mitgliedern des Vorstandes im Amt. Die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Flohr wurden am Freitag in ihren Ämtern bestätigt – trotzdem erkennt die Lufthansa den Vorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen daher ab. Das Unternehmen will erst nach der Neuwahl des UFO-Vorstandes Mitte Februar Gespräche führen. UFO-Vizechef Flohr hält das für zu spät. Die Gewerkschaft forderte den Konzern auf, sofort wieder zu verhandeln. Das gilt als unwahrscheinlich.

In dem Tarifstreit hatte UFO am 20. Oktober gezeigt, dass sie trotz der Querelen noch Einfluss bei den Beschäftigten hat. Zuerst wurde ein Warnstreik bei der Lufthansa selbst angekündigt, dann aber kurzfristig abgesagt und stattdessen zum Streik bei den vier Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, SunExpress Deutschland und Lufthansa CityLine aufgerufen. Daraufhin fielen in Deutschland mehr als 100 Starts aus. Der Hamburger Flughafen war stark von den Flugstreichungen betroffen. Eurowings strich von jeweils geplanten 55 Ankünften und Abflügen jeweils 18. Abgesagt wurde also etwa jede dritte Verbindung.

Weitere Streikankündigungen „jederzeit“ möglich

Dass am Ende der Wochen nur bei Lufthansa gestreikt wird, ist wohl unwahrscheinlich. „Wie schon bei den letzten Warnstreiks wird der gesamte Konzern von dieser erneuten Arbeitskampfwelle betroffen sein“, sagte Flohr. Weitere Ankündigungen seien „jederzeit“ möglich. Es riecht also auch bei Eurowings und Co. nach Streik.