Übernahmepläne

Commerzbank-Chef warnt Aktionäre der Comdirect

Martin Zielke ist Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Martin Zielke ist Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Foto: picture alliance / Sven Simon

Bank treibt Übernahme voran und macht Anteilseignern Angebot. Commerzbank-Chef Zielke: Nehmen Sie das an!

Quickborn. Die Commerzbank treibt die Komplettübernahme ihrer Tochter Comdirect voran. Angesichts des zuletzt sprunghaft gestiegenen Aktienkurses der Online-Bank warnte Commerzbank-Chef Martin Zielke die Comdirect-Aktionäre, dass sie sich nicht zu viel ausrechnen sollten. „Dass die Comdirect-Aktie zuletzt über dem Angebotspreis notierte, ist aus unserer Sicht Spekulationen über eine mögliche Erhöhung des Angebots geschuldet“, sagte der Manager.

Er rate den Anteilseignern, die jetzige Offerte anzunehmen – sonst könnten sie am Ende schlechter dastehen. Bisher gehört die Comdirect mit ihrer Zentrale in Quickborn der Commerzbank zu rund 82 Prozent. Mit dem Übernahmeangebot wollen die Frankfurter ihren Anteil auf mindestens 90 Prozent steigern und die übrigen Anteilseigner hinausdrängen (Squeeze-out).

Wert einer Aktie liegt bei 13,50 Euro

Dazu bietet die Commerzbank den anderen Comdirect-Aktionären für jeden Anteilsschein 11,44 Euro. Dieser Preis liegt 25 Prozent über dem Schlusskurs der Comdirect-Aktie vom 19. September, dem Tag, bevor die Übernahmepläne öffentlich geworden waren. Allerdings hat der Comdirect-Kurs inzwischen die Marke von 13,50 Euro überschritten.

Die Commerzbank-Führung zeigte sich nun entschlossen, die Komplettübernahme der Online-Bank samt ihrer Verschmelzung auf das Mutterhaus durchzusetzen. Sollte die Übernahme­offerte scheitern, würden die Com­direct-Aktionäre nach Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen für ihre Anteile Commerzbank-Aktien erhalten. Das Tauschverhältnis würde dann auf Basis von noch zu erstellenden Gutachten bestimmt.