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EuroEyes erlöst bei Börsengang 68 Millionen Euro

Jørn S. Jørgensen ist Augenarzt und Chef von EuroEyes.

Jørn S. Jørgensen ist Augenarzt und Chef von EuroEyes.

Foto: Marcelo Hernandez

Die Hamburger Augenklinik-Kette ist als erstes deutsches Unternehmen an der Stock Exchange in Hongkong gelistet.

Hamburg. Der Start hätte kaum besser sein können. Die Hamburger Augenklinik-Kette EuroEyes ist mit großem Erfolg an der Börse in Hongkong gelistet worden. Bei den Anlegern kamen die Aktien der Spezialisten für Sehkorrekturen gut an. So gut, dass die Erstnotierung mit 14,20 Hongkongdollar (umgerechnet 1,60 Euro) fast doppelt so hoch ausfiel wie der finale Angebotspreis von 7,50 Hongkongdollar (85 Cent). EuroEyes ist das erste deutsche Unternehmen, dass an der Stock Exchange of Hong Kong (SEHK) gelistet wird. Insgesamt 585 Millionen Hongkongdollar (knapp 68 Millionen Euro) wurden mit der Aktienausgabe erlöst.

Mit dem Geld will EuroEyes vor allem den Bau weiterer Augenkliniken in chinesischen Großstädten wie Chengdu und Chongqing sowie mögliche Akquisitionen von Kliniken in Europa vorantreiben. EuroEyes gehört in Europa zu den führenden Anbietern operativer Sehkorrekturen für Privatpatienten und war in China das erste Unternehmen dieser Art. 1993 hatte der dänische Augenarzt Jørn S. Jørgensen mit einer Augen-Laser-
Praxis in Hamburg den Grundstein seiner Klinik-Kette gelegt. Er gehörte zu den ersten Ärzten, die Sehkorrekturen mittels der Lasik-Methode vornahmen. Dabei werden mit Laserstrahlen Änderungen an der Hornhaut im Auge vorgenommen, um Kurz- oder Weitsichtigkeit zu korrigieren.

Zehn Augenkliniken und fünf Beratungszentren

Heute betreibt EuroEyes zehn Augenkliniken und fünf Beratungszentren in Deutschland, weitere drei Kliniken und zwei Beratungszentren in Dänemark und sechs Kliniken in China. In der Hauptstadt Peking gibt es bereits zwei Standorte. „In China ist ein riesiger Bedarf an Sehkorrekturen. Nach einer Marktanalyse sind fast 90 Prozent der jungen Menschen kurzsichtig. Auch Alterssichtigkeit, die mit einer Trifokal­linse korrigiert wird, spielt eine große Rolle“, sagt Jørgensen.

Bei dem Börsengang wurden etwas mehr als 79,3 Millionen Aktien ausgegeben, die im Rahmen einer Privatplatzierung an institutionelle Investoren und in einem öffentlichen Angebot gehandelt wurden. „Wir haben Hongkong als Börsenplatz gewählt, weil wir hoffen, hier viele Investoren von unserer Wachstumsperspektive überzeugen zu können“, so der Mediziner und Unternehmer, der auch Hauptsponsor der Hamburg Cyclassics 2019 war. Damit die Hamburger Firma EuroEyes überhaupt an der Börse von Hongkong gelistet werden konnte, hatte sie bereits im August eine Holding auf den Kaimaninseln gegründet.