NA-KD

Nackte Tatsachen am Jungfernstieg – Influencer-Mode kommt

Das Streit's-Haus am Jungfernstieg beherbergte schon ein Kino und ein schwedisches Kaufhaus (Archivfoto).

Das Streit's-Haus am Jungfernstieg beherbergte schon ein Kino und ein schwedisches Kaufhaus (Archivfoto).

Foto: imago

Schwedisches Internet-Label NA-KD eröffnet Pop-up-Store im Streit's Haus, Unternehmen arbeitet vor allem mit Influencern zusammen.

Hamburg. Zeitgeist trifft Tradition: Der Online-Modehändler NA-KD eröffnet für knapp fünf Wochen einen Pop-up-Shop im Streit’s Haus am Jungfernstieg. In dem historischen Gebäude an Hamburgs Flaniermeile steht nach dem Auszug des schwedischen Haushaltswaren-Händlers Clas Ohlson seit April eine zweigeschossige Ladenfläche leer. „Wir freuen uns sehr über den Mieter“, sagte der Inhaber der Streit’s Grundstücksgesellschaft, Christoph Reimers, auf Anfrage des Abendblatts. „Das ist gut für das Haus, für die Straße und für Hamburg.“ Der Verkauf startet am 24. Juli.

Erfolgreich durch Influencer in den sozialen Medien

NA-KD, gesprochen wie das englische Wort naked, wurde 2015 im schwedischen Göteborg gegründet und gehört nach eigenen Angaben zu den 20 am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa. Dabei arbeitet der Fashion-Händler bei seinem straffen Expansionskurs vor allem mit Influencern zusammen und vermarktet seine Produkte sehr erfolgreich über soziale Medien wie Instagram.

„In diesem Jahr wachsen wir um 120 Prozent“, sagte Mitinhaber Thorsten Baumann dem Abendblatt. Für 2019 plant NA-KD Umsätze in Höhe von 200 Millionen Euro. Schwerpunkt des Angebots sind Kollektionen der Eigenmarke sowie zu einem geringen Teil Artikel von anderen Modefirmen. Zielgruppe sind Frauen im Alter von 17 bis 35 Jahren.

Verkaufspersonal auf Zeit gesucht

Parallel zum Online-Handel und der Präsenz in Mode-Kaufhäusern wie Peek & Cloppenburg testet NA-KD auch den Aufbau eigener stationärer Verkaufsstrukturen. „Wir setzen dabei auf Pop-up-Läden“, sagte Baumann. Im vergangenen Jahr hatte im Süden von Amsterdam ein Test-Laden aufgemacht. Im Herbst hatte die Modemarke den ersten deutschen Pop-up-Store in Frankfurt eröffnet.

Mit dem Standort in Hamburg startet NA-KD eine Serie von Kurzzeitläden, die bis 2020 durch deutsche Metropolen ziehen sollen, um die Marke vorzustellen. Im Streit’s Haus wird auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern das NA-KD-Sortiment angeboten vom Partykleid bis zum Slip. „Nach den ersten Erfahrungen etwa in Stockholm rechnen wir mit großem Kundeninteresse“, sagte Baumann. Derzeit sucht das Unternehmen noch Verkaufspersonal. 25 Kurzzeit-Jobs werden geboten.

Nach aktueller Planung dauert die NA-KD-Stippvisite in Hamburg bis Ende August. Vermieter Reimers verhandelt derzeit mit einem langfristigen Mieter für das Streit’s Haus. Konkrete Angaben wollte er noch nicht machen.