Hamburg

Perso verlängern, ummelden: Das geht nun auch bei der Haspa

Haspa-Chef Harald Vogelsang unterstützt die Stadt gern dabei, ihr Servicenetz noch engmaschiger zu gestalten.

Haspa-Chef Harald Vogelsang unterstützt die Stadt gern dabei, ihr Servicenetz noch engmaschiger zu gestalten.

Foto: Marcelo Hernandez

Kundenzentren starten Kooperation mit der Haspa. In mehreren Filialen sind nun Pass- und Meldeangelegenheiten möglich.

Hamburg. Wer die eigenen vier Wände mit einem Kredit der Hamburger Sparkasse finanziert, hat auch bald eine neue Adresse und muss sich umzumelden. Dazu muss er künftig nicht mehr eines der städtischen Hamburger Kundenzentren aufsuchen, sondern kann die Ummeldung gleich in einer Haspa-Filiale erledigen. Dort wollen mobile Kundenteams regelmäßig einzelne Kundensprechtage abhalten und davon können natürlich nicht nur Haspa-Kunden profitieren, sondern alle Bürger der Stadt.

„In einem großangelegten Investitionsprogramm haben wir bereits 60 Filialen zu lokalen Nachbarschaftstreffpunkten umgebaut“, sagt Haspa-Chef Harald Vogelsang. Da liege es nahe, die Stadt zu unterstützen, wenn sie ihr Servicenetz noch engmaschiger knüpfen wolle. Schon jetzt werden in den Filialen nicht nur Bankdienstleistungen angeboten. „Wir sind offen für die gesamte Nachbarschaft“, sagt Vogelsang. So tagen in den Haspa-Filialen Vereinsvorstände, stellen sich Unternehmen vor oder es finden auch Konzerte statt.

Auch Platz für Kundenzentren-Mitarbeiter

„Ein Baustein unserer Serviceoffensive für die Kundenzentren ist der Einsatz mobiler Teams“, sagt für die Stadt Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). „Das Angebot kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut an und ich freue mich, dass wir mit der Haspa einen starken und in den Hamburger Stadtteilen wie keine andere Bank präsenten Partner für mögliche weitere Einsatzmöglichkeiten haben.“

So wurde am Dienstag in der Haspa-Filiale Rothenburgsort die Kooperation mit der Stadt verkündet. In der neu gestalteten und 300 Quadratmeter großen Filiale boten erstmals Mitarbeiter der Kundenzentren in einem Besprechungsraum fast alle Dienstleistungen zu Pass- und Meldeangelegenheiten an. Die mobilen Geräte dafür benötigen nicht viel Platz. Das technische Equipment besteht aus einer transportablen Biometriestation für die Pässe und dem sogenannten Bürgerkoffer, der es ermöglicht, das Leistungsspektrum eines Kundenzentrums auch mobil anbieten zu können.

Pilotprojekt für drei Haspa-Filialen

Im Rahmen eines Pilotprojekts werden Leistungen wie An- und Ummeldungen, Personalausweise oder Reisepässe beantragen oder Führerscheintausch jeweils am ersten Mittwoch im Monat in der Filiale Rothenburgsort angeboten, erstmals am 5. Juni in der Zeit von 9 bis 16 Uhr. „Dokumente, die dort beantragt wurden, müssen auch dort wieder abgeholt werden“, sagt Natalie Wenkel vom Kundenzentrum. Die Bürger können dafür Termine über den telefonischen Hamburg-Service mit der Nummer 115 buchen. Auch Fischereischeine können in Haspa-Filialen beantragt werden. Nur für eine Verpflichtungserklärung, um Bürger außerhalb der EU zu sich einzuladen, oder für Expressreisepässe muss ein Kundenzentrum aufgesucht werden.

Da es sich zunächst um ein Pilotprojekt handelt, sind in die Kooperation zunächst nur zwei weitere Haspa-Filialen einbezogen und zwar die Zweigstellen Curslack-Neuengamme und Luruper Hauptstraße. Auch dort werden die mobilen Teams der Kundenzentren einmal im Monat ihre Dienstleistungen anbieten. Die Filialen haben den Vorteil, dass sie an den Einsatztagen Dienstag (Curslack-Neuengamme) und Donnerstag (Lurup) jeweils bis 18 Uhr geöffnet haben. „Gerade aus der Region um Bergedorf gibt es von vielen Bewohnern den Wunsch nach einem dezentralen Service außerhalb des Kundenzentrums“, sagt Dressel. Ende August soll Bilanz gezogen werden, wie das Pilotprojekt an den drei Standorten angenommen wird.

An 20 Standorte mit Kundenzentren-Funktion

Das Ziel ist klar: Das Netz der Filialen für diese Dienstleistungen soll möglichst ausgeweitet werden. „Wir wollen eine wohnortnahe Versorgung der Menschen mit Dienstleistungen im Einwohner- und Meldewesen“, sagt Dressel. Die mobilen Teams der Kundenzentren arbeiten bezirksübergreifend im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Sie bieten ihre Leistungen auch in Senioreneinrichtungen, Hochschulen und Bücherhallen an.

In Hamburg gibt es insgesamt 13 Kundenzentren, die montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr geöffnet haben. Dazu kommen sechs regionale Kundenzentren mit eingeschränkten Öffnungszeiten und zwei mobile Teams, die auch in den Haspa-Filialen eingesetzt werden. Von Montag bis Freitag gibt es damit an 20 Standorten in Hamburg die Möglichkeit, Dienstleistungen der Kundenzentren nachzufragen.

Haspa-Chef Vogelsang sieht mit der neuen Kooperation auch die Möglichkeit, „dass Hamburger, die noch nicht unsere Kunden sind, uns besser kennenlernen“. Dieses Interesse haben natürlich auch andere Bankchefs in Hamburg. Dressel will deshalb dem Eindruck vorbeugen, die Stadt konzentriere sich einseitig auf die Hamburger Sparkasse. „Es liegt nahe, dass wir uns bei diesem Pilotprojekt an die Haspa gewandt haben, weil sie über die meisten Filialen in der Stadt verfügt“, sagt der Finanzsenator.

„Aber wenn es nach der Pilotphase zu einer Kooperationsvereinbarung mit der Haspa kommt, so ist klar, dass das keine geschlossene Veranstaltung sein kann. Auch andere Banken sind eingeladen, ihre Filialen für diese Dienstleistungen zu öffnen“, sagt Dressel.

Auch andere Banken zur Passausgabe bereit

Das hört Frank Haberzettel, Commerzbank-Bereichsvorstand der Region Nord, gern. „Die Idee und das Konzept sind gut, denn als Bürger möchte ich auch möglichst kurze Wege“, sagt Haberzettel. „Auch wir als Commerzbank würden dieses Konzept gerne unterstützen, denn mit 50 Filialen in der Stadt unterhalten wir das zweitgrößte Filialnetz nach der Haspa.“ Er kann sich das mobile Team der Kundenzentren auch seiner Filiale am Jungfernstieg vorstellen, die bis 2020 noch umgebaut wird.

Auch der Chef der Hamburger Volksbank, Reiner Brüggestrat, zeigt sich durchaus offen für den Vorstoß der Stadt: „Die Initiative der Stadt ist eine gute Idee für alle Hamburgerinnen und Hamburger. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass auch die Hamburger Volksbank Teil dieser Idee werden könnte.“