Karriere

Xing übernimmt Start-up – für bis zu 57 Millionen Euro

Xing-Chef Thomas Vollmoeller in einem Strandkorb auf der Dachterrasse der Hamburger Unternehmenszentrale an der Dammtorstraße.

Xing-Chef Thomas Vollmoeller in einem Strandkorb auf der Dachterrasse der Hamburger Unternehmenszentrale an der Dammtorstraße.

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Hamburger Karrierenetzwerk sichert sich Honeypot, den erst 2015 gegründeten Berliner Vermittler für IT-Experten.

Hamburg/Berlin.  Das in Hamburg ansässige Karrierenetzwerk Xing baut sein Geschäft mit einer weiteren Übernahme aus. Zum Basiskaufpreis von 22 Millionen Euro übernimmt der Konzern von sofort an das Berliner Start-up Honeypot. Das erst 2015 gegründete Unternehmen bietet eine Jobplattform für IT-Experten an. Zum Basiskaufpreis könnten weitere erfolgsabhängige Zahlungen in Höhe von bis zu 35 Millionen Euro kommen, teilten die beiden Unternehmen mit. Maximal lässt sich Xing die Übernahme damit 57 Millionen Euro kosten.

Unternehmen bewerben sich bei IT-Spezialisten

Die Summe fließt an die Honeypot-Gründer Kaya Taner und Emma Tracey. sowie an eine Reihe von Investoren, die Anteile an dem Start-up halten. Dessen Geschäftsmodell ist die Vermittlung von derzeit von vielen Unternehmen stark gesuchten IT-Experten. Honeypot (Honigtopf) dreht den Bewerbungsprozess dabei um: Nicht die Experten bewerben sich bei möglichen künftigen Arbeitgebern, die Unternehmen bewerben sich bei den registrierten Spezialisten darum, ihr Arbeit- oder Auftraggeber zu werden.

Zalando und Engel & Völkers sind Kunde

„Bei Honeypot sind derzeit 100.000 IT-Spezialisten angemeldet“, sagte Xing-Chef Thomas Vollmoeller. Das Start-up mit 50 Mitarbeitern in Berlin und Amsterdam arbeite mit etwa 1500 Unternehmen zusammen, darunter Engel & Völkers, Zalando, Zeiss und ProSiebenSat1. Für Xing sei die bislang größte und teuerste Übernahme in der Firmengeschichte ein Meilenstein auf seinem Wachstumsweg.

Gemeinsames Wachstum geplant

Mit Tochterunternehmen und Marken wie kununu oder HalloFreelancer sei Xing längst mehr als ein reines Netzwerk, so Vollmoeller. Honeypot – bereits jetzt der „führende tech-fokussierte Jobmarktplatz im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden – plane den zügigen Ausbau des Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Erschließung weiterer internationaler Märkte. Der Konzern werde diesen Expansionsplan „mit signifikanten Investitionen“ unterstützen. Bei Anlegern kam die Übernahme gut an. Der Aktienkurs legte am Montag stärker als der Markt um knapp zwei Prozent zu.

Erst AppLift, dann Honeypot

Für Honeypot-Mitgründer und -Chef Kaya Taner ist es bereits das zweite Start-up, das er innerhalb weniger Jahren zum Erfolg führte. Taner war 2012 einer der Mitgründer der in Berlin ansässigen AppMarketing-Plattform AppLift. Das Unternehmen mit heute gut 200 Mitarbeitern hat sich auf Werbung auf mobilen Geräten wie dem Smartphone spezialisiert.