Hamburger Weinkontor

Rindchen ohne Rindchen – Familie verkauft letzte Anteile

Gerd Rindchen gründete vor mehr als 40 Jahren Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen gründete vor mehr als 40 Jahren Rindchen’s Weinkontor.

Foto: Roland Magunia

Gerd Rindchen gibt operative Geschäftsführung des Weinkontors ab. Er bleibt aber als Berater in der Hamburger Firma.

Hamburg.  Gerd Rindchen hat sich bei seiner Entscheidung Zeit gelassen. Im Oktober 2015 schaltete der Gründer und Geschäftsführer von Rindchen’s Weinkontor eine Agentur ein, um einen Investor für sein Lebenswerk zu finden. Erst knapp zwei Jahre später meldete er Vollzug. Seine 70 Prozent am Unternehmen übernahm die Schloss Wachenheim AG. Die übrigen 30 Prozent blieben im Besitz seiner Frau Christine – doch seit einigen Wochen ist die Firma, die der 59-Jährige vor mehr als 40 Jahren gründete, komplett in fremder Hand.

„Der Integrationsprozess ist schneller vorangekommen, als wir das gedacht haben“, sagt Gerd Rindchen dem Abendblatt. „Deswegen hat meine Frau Christine ihre Anteile zum 31. Dezember verkauft.“ Ursprünglich war der Ausstieg der 55-Jährigen für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant. Allerdings wurde bereits beim Einstieg von Schloss Wachenheim auch klar kommuniziert, dass die Kaufoption unwiderruflich sei. Das Unternehmen aus Trier ist weltweit einer der größten Anbieter von Schaum- und Perlweinen. Zur Produktpalette gehören bekannte Marken wie Faber Sekt, Light live und Robby Bubble.

Rückzug aus der Geschäftsführung

Auch aus der Geschäftsführung zog sich das Ehepaar zurück. Das überrascht insofern, weil die Rindchens nach dem Teilverkauf der 70 Prozent Dreijahresverträge als Geschäftsführer bekommen haben. Gerd Rindchen fungiert seit Januar aber nur noch als Berater. Am Telefon gibt er sich entspannt: „Eigentlich mache ich das Gleiche wie vorher, nur habe ich nicht mehr die operative Verantwortung.“ Die Leitung liegt bei Horst Hillesheim und Marcel Theisinger. Die Chemie mit den neuen Chefs stimme nach wie vor. Sein Terminplan in den nächsten Wochen sei weiterhin voll. Zum Beispiel stehen Weinmessen in Paris, Portugal und Düsseldorf an.

Keine Änderungen für Mitarbeiter

Auch für die rund 130 Mitarbeiter in den Geschäften und habe sich nichts geändert, sagt Rindchen. 15 eigene Filialen gebe es derzeit, den Großteil von ihnen in der Metropolregion. Aber auch im Süden expandiert das Unternehmen. Am 15. März soll in München die vierte Filiale in der bayerischen Landeshauptstadt eröffnen. „Schloss Wachenheim ist gewillt zu investieren und denkt langfristig“, sagt Rindchen. Und auch in Hamburg könnte gegebenenfalls demnächst noch etwas passieren. Was, will er aber noch nicht verraten.