Handwerk in Hamburg

Meistermeile fertig – erst ein Fünftel ist vermietet

Ein Tischler bei der Arbeit (Symbolbild).

Ein Tischler bei der Arbeit (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Wenige Tage, bevor Anfang März die ersten Betriebe einziehen, ist Streit um den Gewerbehof am Offakamp entbrannt.

Hamburg.  Die Mitteilung aus der Wirtschaftsbehörde trägt die Überschrift „Meistermeile füllt sich“, die FDP-Bürgerschaftsfraktion hingegen fürchtet: „Meistermeile droht finanzielles Fiasko“. Wenige Tage, bevor Anfang März die ersten Betriebe in das derzeit wichtigste Projekt zur Förderung des Hamburger Handwerks einziehen, ist Streit um den etwa 50 Millionen Euro teuren Gewerbehof am Offakamp entbrannt. Das 200 Meter lange, vierstöckige Gebäude bietet Platz für bis zu 70 Betriebe mit 400 Mitarbeitern. Am Donnerstag teilte die Behörde mit: Für 21,4 Prozent der Flächen, also etwas mehr als ein Fünftel, seien Mietverträge abgeschlossen worden, für 13,4 Prozent seien sie unterschriftsreif, für weitere gut 28 Prozent gebe es Interessenbekundungen.

„Die Resonanz bei den Handwerksbetrieben ist ausgesprochen positiv“, wertet die Behörde die Zahlen. Handwerkskammer-Chef Josef Katzer erklärte: „Die Meistermeile wird ein Erfolg.“ Ewald Aukes, der handwerkspolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, dagegen fürchtet: „Die Meistermeile könnte dauerhaft auf städtische Zuschüsse angewiesen sein.“ Die Vermietung verlaufe schleppend. Tatsächlich waren schon früher Zahlen verbreitet worden, die den aktuellen nahekommen: Anfang 2017 hieß es, 46 Prozent der Flächen seien vergeben, neun Monate später lautete die Sprachregelung, für 38 Prozent gebe es Interessenten.