Rente

Fast jeder zweite Hamburger hat Angst vor Altersarmut

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Haspa-Umfrage: Nur 18 Prozent der Bürger denken, dass ihre Vorsorge für den Ruhestand ausreicht. Hamburg hat die ärmsten Rentner – und die reichsten.

Hamburg. Hamburg gehört zu den reichsten Städten Deutschlands, doch fast jeder zweite Hamburger hat Angst davor, im Ruhestand zu verarmen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Haspa unter mehr als 500 Hamburgern. Auf die Frage „Haben Sie Angst vor Altersarmut?“ antworteten demnach 48 Prozent der Befragen mit Ja, 20 Prozent haben sogar sehr große Angst.

Die größten Sorgen machen sich die 50- bis 59-Jährigen, unter ihnen haben 71 Prozent Angst vor Armut im Alter.

Abwegig sind solche Befürchtungen keineswegs, denn in Hamburg leben bundesweit die ärmsten Rentner: 62 von 1000 Personen im Rentenalter beziehen Sozialhilfe. Damit ist die Hansestadt der Spitzenreiter in Deutschland. Allerdings ist Hamburg auch deutschlandweit die Stadt mit den meisten Millionären. Somit hat Hamburg, vor allem, wenn man den Immobilienbesitz dazunimmt, wohl auch die reichsten Rentner.

Besonders ausgeprägt sind die Ängste bei jenen Hamburgern, die nur über die staatliche Rente verfügen. Das ist wenig erstaunlich, denn nur jeder zehnte Einwohner der Hansestadt unter 60 Jahren glaubt der Aussage „die Rente ist sicher“. Auch bei den Frauen sind die Befürchtungen wegen der Erziehungszeiten und der verbreiteten Teilzeitbeschäftigung groß.

Mehr als drei Viertel der Hamburger zwischen 30 und 59 Jahren sorgen dem Haspa-Trendbarometer zufolge bereits für ihr Alter vor. Aber nur 18 Prozent der Bürger sind sicher, dass ihre bisher getroffenen Maßnahmen zur Altersvorsorge ausreichen werden, um auf dem Niveau wie bisher zu leben.

Es sei jedoch erschreckend, dass nur drei Prozent der unter 30- Jährigen und nur 15 Prozent der unter 40-Jährigen wissen, wie groß ihre Rentenlücke ist, sagte Reinhard Klein, Privatkundenvorstand der Haspa: „Viele Bürger glauben, dass sie mit dem heutigen Einkommen im Alter auskommen werden. Sie vergessen dabei steigende Mieten plus Nebenkosten sowie Inflation und Steuern.“ Die spätere Wunschrente müsse meist höher angesetzt werden als von vielen angenommen.

Junge Menschen könnten schon mit wenig Geld beginnen, für das Alter vorzusorgen. Ab 30 Jahren sollten zehn Prozent des Bruttoeinkommens für die Altersvorsorge investiert werden, so Klein. Je später man anfange, desto höher müsse der Betrag ausfallen. Allerdings ist das Bewusstsein für die Bedeutung der Altersvorsorge bei jüngeren Menschen nicht sehr ausgeprägt: „Sehr wichtig“ finden dieses Thema nur 18 Prozent der unter 30-Jährigen.

( (HA) )

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