Kommentar

Kunst muss nicht immer lohnen

Viele Menschen stellen sich angesichts der Krise in der Euro-Zone die Frage, ob ihr Geld noch sicher ist. Sicher ist jedenfalls eines - die Guthabenzinsen der Banken sind so niedrig, dass das Ersparte angesichts der allgemeinen Teuerung allmählich an Wert verliert. Gold, Immobilien, aber auch Investitionen in Kunst oder Möbel gewinnen in der aktuellen Situation an Attraktivität. Die Auktionshäuser sind die Profiteure dieses Trends. Ob allerdings die Kunden immer profitieren, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wer in ein Gemälde, eine Uhr oder eine Vase investiert, muss damit nicht automatisch auch eine gute Anlage für sein Geld gefunden haben. Dafür sind eine Menge Sachverstand, die Prognose von Modeströmungen und das Wissen über Nebenkosten wie Versicherungen erforderlich. Derzeit liegt asiatische Kunst im Trend. Und die steigende Nachfrage von Millionen immer reicher werdenden Chinesen lässt die Preise anziehen. Experten warnen aber schon jetzt, die Volksrepublik solle das Tempo etwas zurücknehmen, die Situation auf dem Kunstmarkt scheine einigermaßen überhitzt.

Ein weiteres Beispiel: Das Tuschegemälde "Adler auf Kiefer" des chinesischen Malers Qi Baishi wurde vor einiger Zeit zum Rekordpreis von umgerechnet 47 Millionen Euro versteigert. Doch dann kamen Gerüchte auf, es handele sich vielleicht um eine Fälschung. Kopien, die in der Welt des Luxus zum Alltag gehören und auch überbewertete Objekte sind nur einige Beispiele für schlechte Investitionen von Kunstliebhabern. Deshalb sollten Vorsicht, genaue Recherche und eine sorgfältige Auswahl des Auktionshauses vor jeder Anschaffung stehen.