Zugverbindung

Fehlstart für die neue Bahn von Hamburg nach Köln

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Noch keine Zulassung für Waggons auf HKX-Verbindung ab Hamburg. HKX nutzt vorerst Traditionswaggons der Bundesbahn.

Hamburg/Köln. Das Bahnunternehmen HKX wird den Zugbetrieb zwischen Hamburg und Köln am 23. Juli nur in abgespeckter Form aufnehmen können. Der eigentlich angestrebte reguläre Fahrplan mit täglich drei Zugfahrten je Richtung kann nicht realisiert werden. Die dafür vorgesehenen Waggons, die einst für die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) unterwegs waren und nun in Polen umgerüstet werden, haben noch nicht die notwendige Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes bekommen.

HKX nutzt nun vorerst luxuriöse Traditionswaggons der Bundesbahn-Rheingold-Serie aus den 1970er-Jahren, die von einem Unternehmen aus Italien angemietet werden. An den Wochenenden wird das neue Angebot zudem mit Waggons der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) verstärkt. Den gesamten Fahrbetrieb für HKX übernimmt der französische Bahnanbieter Veolia, der in Deutschland bereits die Fernverbindung zwischen Leipzig, Berlin und Rostock betreibt und der auch Eigner von NOB ist. Veolia bildet zudem das Bordpersonal für HKX aus. "Wir werden uns als Unternehmen vor allem auf die direkte Betreuung der Reisenden konzentrieren", sagte HKX-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp.

Von Montag bis Mittwoch soll in der Startphase jeweils ein Zug von Hamburg nach Köln und retour fahren, freitags und sonnabends drei, donnerstags und sonntags zwei bis drei. Den Fahrplan will das Unternehmen von morgen an auf der Internetseite www.hkx.de veröffentlichen. Dort kann man auch Fahrkarten buchen. Geplante Haltestellen zwischen Köln und Hamburg sind Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Münster.

Von 1999 bis 2004 hatte bereits die Deutsche Bahn eine Expressverbindung zwischen Hamburg und Köln angeboten. Der sogenannte Metropolitan wurde mangels Nachfrage allerdings wieder eingestellt. Das Konzept mit eigens gestalteten Waggons und Lokomotiven richtete sich seinerzeit vor allem an Geschäftsreisende und war entsprechend teuer.

Anders HKX: "Wir wollen eine attraktive Verbindung für jedermann anbieten", sagte eine Sprecherin dem Abendblatt. Die Preise für die einfache Fahrt auf der rund 400 Kilometer langen Strecke sollen zwischen 20 und 60 Euro liegen, der Höchstpreis beträgt dann 23 Euro weniger als der Intercity-Normalpreis der Bahn auf dieser Strecke. Für den regulären Betrieb plant HKX Züge mit sechs Waggons, von denen je einer den Komfortstandard "Premium" inklusive einer Mahlzeit am Platz bieten soll. Tische mit Steckdosen sowie drahtlose Internetverbindungen sieht HKX für alle Waggons vor.

Der Aufbau von Fernverbindungen gegen die jeweils etablierten Bahnkonzerne gestaltet sich bislang in ganz Europa schwierig, obwohl der Markt für Zugverkehre seit vielen Jahren für den Wettbewerb geöffnet ist. Angestammte Anbieter wie die Deutsche Bahn finden noch immer Mittel und Wege, Konkurrenten den Start zu erschweren. Ohne die regulierende Hilfe der Bundesnetzagentur, die in Deutschland unter anderem zuständig für die Einhaltung eines fairen Wettbewerbs auf der Schiene ist, hätten neue Angebote auf Fernstrecken wohl keine Chance. Schwierig gestaltet sich zudem die Beschaffung von geeigneten Lokomotiven und Waggons sowie deren Finanzierung. Die Interconnex-Verbindung von Veolia in Ostdeutschland ist bislang das einzige Konkurrenzangebot zur Deutschen Bahn im deutschen Fernverkehr.

HKX bezeichnet sich selbst als "erstes privatwirtschaftliches Eisenbahnunternehmen in Deutschland, das ausschließlich Personenfernverkehr auf der Schiene betreibt". Gesellschafter von HKX seien die Unternehmen Railroad Development Corporation Deutschland, Locomore Rail sowie der englisch-kanadische Eisenbahninvestor Michael Schabas.

( (o.p.) )

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