Gesundheit

GHD will 1000 Stellen in fünf Jahren schaffen

Foto: Ingo Röhrbein

Der neue schwedische Finanzinvestor des Ahrensburger Gesundheitsdienstleisters plant Zukäufe und erwägt einen Börsengang.

Hamburg. Das Ahrensburger Unternehmen GesundHeits GmbH Deutschland (GHD) steht eine Phase des Wachstums bevor. "Unser Ziel ist, den Umsatz von jetzt 300 Millionen Euro in den nächsten drei bis fünf Jahren zu verdoppeln", sagte Detlef Dinsel, Geschäftsführer von IK Investment Partners Deutschland. Der aus Schweden stammende Finanzinvestor hat, wie berichtet , die Mehrheit der GHD von Barclays Private Equity übernommen. Heute beschäftigt die Firma bundesweit 1500 Mitarbeiter, in drei bis fünf Jahren sollen es tausend mehr sein.

Der Gesundheitsmarkt ist krisenfest und wächst

Das 1992 vom HSV-Handball-Präsidenten Andreas Rudolph gegründete Unternehmen arbeitet im Sektor der Gesundheitsdienstleistungen. GHD betreut unter anderem in Zusammenarbeit mit Kliniken in ganz Deutschland Patienten, die etwa nach einer Krebstherapie aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Aber wir sind kein Pflegedienst", sagt Rudolph, der auch heute noch Geschäftsführer des Unternehmens ist. "Wir gewährleisten vielmehr die Nachsorge der Patienten, unterstützten bei anspruchsvollen Themen wie Ernährung oder Schmerztherapie und liefern auch die passende Ausrüstung dafür."

Das Wachstumspotenzial der GHD ist groß. Schließlich sind Krankenhäuser seit der Einführung von Fallpauschalen, die das früher übliche Tagegeld ersetzt haben, daran interessiert, dass ihre Patienten schnell wieder nach Hause kommen. Denn das Honorar für die Kliniken richtet sich nicht mehr nach der Verweildauer, sondern nach der Therapie.

Die Dienstleistungen von GHD sind vor allem bei schwer kranken Patienten gefragt, die zu Hause Katheder brauchen oder andere Hilfsgeräte und -leistungen. Der Markt wächst in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden. "Wir erwarten, dass sich die Anzahl der von uns betreuten Patienten in den kommenden drei bis fünf Jahren verdoppeln wird", sagt Rudolph, der gemeinsam mit anderen GHD-Managern noch gut 40 Prozent an dem Unternehmen hält. Schon 2007 hat er die Mehrheit an Barclays verkauft, um so weiteres Wachstum finanzieren zu können. Seit dieser Zeit habe sich die Mitarbeiterzahl von GHD verdoppelt.

Gut 300 Millionen Euro hat IK Investment Partners nach Informationen des Abendblatts für den Mehrheitsanteil bezahlt. Diese Zahl wollten weder Rudolph noch Dinsel kommentieren. "Wir werden aber in den kommenden drei bis fünf Jahren kräftig investieren", sagte Dinsel, wollte aber keine Summe nennen. Experten gehen von einem Investitionsvolumen von 200 bis 300 Millionen Euro aus. Ausgegeben werden soll das Geld auch für Zukäufe. Die Ahrensburger sind die Nummer eins in ihrem Marktsegment. Daneben gibt es aber noch zahlreiche kleinere Anbieter, die möglicherweise in Zukunft unter dem Sparzwang im Gesundheitswesen leiden. Eine Alternative für sie wäre, ihre Firma zu verkaufen.

Dem neuen GHD-Eigner IK Investment Partners gehört auch Minimax

Finanzinvestoren übernehmen Firmen, machen sie profitabler und verkaufen sie danach mit Gewinn. Dinsels IK Investment Partners hat 2006 den Bad Oldesloer Brandschutzspezialisten Minimax mit damals 3200 Mitarbeitern übernommen. Heute sind es um die 6000. Verkaufspläne hat Dinsel übrigens noch nicht. "Vielleicht bringen wir Minimax irgendwann an die Börse", sagt er. "Das könnte ich mir auch in weiter Ferne bei der GHD vorstellen."