Folgen der US-Finanzkrise

Japanisches Banksystem nicht in Gefahr

Bank of Japan pumpte 2,5 Billionen Yen (16,5 Mrd. Euro) in den Geldmarkt um die Lage zu stabilisieren.

Tokio. Angesichts der US-Bankenkrise hat die japanische Zentralbank am Dienstag versucht, die Märkte zu stabilisieren. Die Bank of Japan pumpte in zwei Schritten insgesamt 2,5 Billionen Yen (16,5 Mrd Euro) in den Geldmarkt des Landes. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa erklärte, sein Institut werde sich weiterhin bemühen, die Märkte zu stabilisieren. Die Situation der US-Banken und die Auswirkungen der Krise würden genau verfolgt. Am Montag hatten bereits mehrere Notenbanken in Europa Gelder bereitgestellt, um die Turbulenzen durch die US-Finanzkrise aufzufangen und das reibungslose Arbeiten der Banken zu ermöglichen.

Die Bank von Japan (BoJ) begann unter dem Eindruck der Bankenkrise ihr zweitägiges Zentralbankratstreffen. Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank den Zinssatz von 0,5 Prozent unverändert lässt. Nach Ansicht von Finanzminister Bunmei Ibuki wird Japans Finanzsystem durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers keinen schweren Schaden erleiden, auch wenn einige Banken des Landes Kreditforderungen an Lehman Brothers haben.

So belaufen sich die Einbußen durch den Zusammenbruch der US-Bank bei der Mizuho Trust & Banking Co. auf 11,8 Milliarden Yen (80 Mio Euro), wie das japanische Finanzinstitut bekannt gab. Zugleich senkte die japanische Bank ihre Ertragsprognose für die erste Hälfte des noch bis 31. März 2009 laufenden Geschäftsjahres und geht nun von einem konsolidierten Nettogewinn von 9 Milliarden Yen (61 Mio Euro) aus. Bisher lagen der Erwartungen bei 21 Milliarden Yen (142 Mio Euro). Dem japanischen Konkurrenten Chuo Mitsui Trust & Banking schulden Lehman Brothers und seine japanische Tochter noch 15 Milliarden Yen (101 Mio Euro), wie die Chuo Mitsui Trust Holdings bekannt gab.

Angesichts der Eigenkapitallage der japanischen Finanzhäuser gäbe es jedoch keinen Grund, sich über das Finanzsystem des Landes Sorgen zu machen, wurde Finanzminister Ibuki weiter zitiert. Unterdessen beantragte die Lehman Brothers Japan Inc. am Dienstag nach dem Zusammenbruch der Muttergesellschaft Gläubigerschutz. Die Verbindlichkeiten bei der Lehman-Tochter sowie ihrer japanischen Holding werden auf etwa 3 Billionen Yen (20,3 Mrd Euro) geschätzt. Damit handelte es sich um die zweitgrößte Unternehmenspleite in Japans Nachkriegsgeschichte, meldete die Agentur Kyodo.