Ex-Tennisstar

Insolvenzverwalter lässt Boris Beckers Trophäen versteigern

Auch diese Replika der US-Open-Trophäe des früheren Tennis-Stars Boris Becker gehört zur Versteigerung.

Auch diese Replika der US-Open-Trophäe des früheren Tennis-Stars Boris Becker gehört zur Versteigerung.

Foto: Matt Dunham / dpa

Neues von Boris Becker: Viele Pokale und Auszeichnungen der Tennis-Legende werden in London versteigert. Es geht um Beckers Schulden.

London.  Eine Goldene Kamera, ein Bambi, eine Replika des Wimbledon-Pokals – mehr als 80 persönliche Gegenstände des ehemaligen Tennisstars Boris Becker (50), die zum Verkauf stehen, werden derzeit in London in einer Galerie gezeigt.

Am 28. Juni läuft eine Online-Auktion aus, bei der die Objekte auf Anordnung von Beckers britischem Insolvenzverwalter Mark Ford versteigert werden. Das höchste Gebot entfiel am Mittwochabend auf eine Replika des US-Open-Pokals, für die 15.100 Pfund (rund 17.200 Euro) geboten wurden.

Beckers Bambi von 1985 stand umgerechnet bei knapp 2000 Euro, seine Goldene Kamera von 1989 bei knapp 1300 Euro.

Boris Becker wiegelt bei den Schulden ab

Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren gegen den Tennisstar diese Woche auslaufen sollen, Becker wäre schuldenfrei gewesen. Doch das Verfahren wurde bis Ende Juli verlängert, wie Becker in einem Interview mit dem „Top Magazin Frankfurt“ am Dienstag sagte.

Er habe bei Schulden von 3,9 Millionen Euro Vermögenswerte in Höhe von rund 5,1 Millionen Euro hinterlegt, sagte Becker. Grund für die Verlängerung sei, dass der Hauptgläubiger, eine englische Privatbank, „meint, ich schulde ihnen mehr als doppelt so viel aufgrund von 25 Prozent Zinsen, die sie auf diese Schuld draufgerechnet haben“. Das sei aber „weder rechtskräftig noch rechtswirksam“.

Mit Versteigerungen hatte Becker zuletzt kein Glück. Im vergangenen Jahr hatte Becker bei einer Promi-Ausgabe der beliebten TV-Sendung „Bares für Rares“ einen Schlägern versteigert, mit dem er seiner Aussage zufolge sein letztes Wimbledon-Match 1999 bestritt. Das Stück brachte immerhin 10.000 Euro.

Hinterher gab es jedoch Zweifel daran, ob Becker dem Antiquitätenhändler, der den Schläger ersteigert hatte, das Original-Exemplar übergeben hatte. Auch gab es Berichte darüber, Becker habe die 10.000 Euro nicht wie versprochen an eine gemeinnützige Organisation gespendet.

Zuletzt machte Becker Schlagzeilen wegen seiner Trennung von Ehefrau Lilly – und wegen seiner Karriere als vermeintlicher Diplomat . Beckers Anwälte versuchen aktuell diplomatische Immunität für ihren Mandanten geltend zu machen.

Becker hatte im April mitgeteilt, er sei zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik ernannt worden. Regierungsvertreter des bitterarmen Landes widersprechen dem aber teilweise. (dpa/W.B.)