Berlin. . Experten sind besorgt: Vor allem in den Schweizer Alpen steht im Sommer eine starke Eisschmelze bevor. Schon 2022 war ein Rekordjahr.

Meist war im Juni auf den Alpengletschern noch eine geschlossene Schneedecke. In diesem Jahr ist es anders, vor allem in der Schweiz. Tiefer gelegene Gletscherzungen sind jetzt schon schneefrei, wie das Portal Wetter Online warnt. Beispiel: Das Rhonegletscher im Kanton Wallis. Auf 2200 Metern Höhe sei die schützende Schneedecke bereits geschmolzen. Lesen Sie auch: Himalaya-Gletscher schmelzen viel schneller als gedacht

Das liegt am sonnigen und überaus warmen Wetter in den letzten Wochen. Schon 2022 war ein Rekordjahr. Nach Auskunft des Klimaexperten David Volken gingen damals drei Kubikmeter Eis verloren. Aktuell schmelzen in Höhenlagen von etwa 3.000 Metern jeden Tag fünf bis zehn Zentimeter Schnee.

Klimawandel: Für Gletscher kommt es nicht nur auf den Winter an

Solche Ereignisse gab es zu allen Zeiten. Ein zwingender Beweis für den Klimawandel sind sie nicht. Alarmierend ist allerdings, dass sie sich häufen. Erst im Frühjahr errechneten Forscher für eine Studie der "World Weather Attribution Initiative“, dass eine europaweite Dürre wie im vergangenen Sommer ohne den Klimawandel statistisch gesehen nur alle 400 Jahre möglich gewesen wäre. In Zeiten des Klimawandels müsse man etwa alle 20 Jahre damit rechnen. Lesen Sie dazu: Gletscherschmelze: Was das Sterben der Eismassen bedeutet

Für die Alpen wäre ein "normaler" Sommer ein Segen. Denn für die Gletscher kommt es nicht nur darauf an, dass es im Winter schneit. 2023 ließ sich eigentlich vielversprechend an. Ein nasses und schneereiches Frühjahr ließ hoffen. Schneefälle im Winterhalbjahr sind jedoch keine Garantie für eine gute Ausgangssituation für den Gletscher. Ob seine Masse zu- oder abnimmt, hängt vor allem von der Intensität der Schmelze im Sommer ab.

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Klimawandel: Es fehlt der Sommerschnee in Höhenlagen

Für Gletscher ist es wichtig, dass es auch im Sommer schneit. Denn Schnee ist eine natürliche Schutzschicht. Wo Schnee liegt, schmilzt das Eis nicht. Wetterexperte Volken: "Eine frische, weiße Schneedecke reflektiert die Sonnenstrahlen zu fast 100 Prozent und kann den Gletscher im Sommer über einen Zeitraum von bis zu einer Woche vor dem Abschmelzen schützen.“ Das könnte Sie auch interessieren: Die Alpen: Warum ist Europas Schutzschild bedroht?

Umgekehrt bedeutet das: Die Oberfläche eines Gletschers ohne Neuschnee ist viel dunkler. Sie kann daher viel Sonnenstrahlung absorbieren und die Schmelze weiter vorantreiben, so Volken.

Aufgetaute Gletscherseen und tosende Schmelzwasserbäche

Das ist das Szenario, dass sich in diesen Junitagen bei wolkenlosem Himmel und hohen Temperaturen in der Schweiz abzeichnet. Die Alarmzeichen: Aufgetaute Gletscherseen und tosende Schmelzwasserbäche. Es drohen massive Eisverluste. Das Niederschlagsreiche Frühjahr hat kaum geholfen. (fmg) Auch interessant: Sturzfluten in den Alpen: Bedrohliche Prognose für Bergseen