Corona-Pandemie

Corona: Studie liefert erschreckende Ergebnisse

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Leon Grupe
Corona-Folgen: Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht

Corona-Folgen- Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht

Eine der bislang größten Studien zeigt, welche Schäden und Probleme eine Covid-Erkrankung zu Folge haben kann.

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Studie: Gut ein Fünftel aller Corona-Infizierten leidet Monate nach der Erkrankung am Fatigue-Syndrom. Vor allem Frauen sind betroffen.

Berlin. 
  • Viele Menschen infizieren sich mit Corona und bemerken ihre Infektion nicht einmal
  • Andere wiederum erkranken schwer an Covid-19, das längst nicht nur eine Lungenkrankheit ist
  • Viele Betroffene berichten nach Infektionen, dass sie nicht mehr richtig auf die Beine kommen und erschöpft sind. Eine Studie liefert dazu nun neue Erkenntnisse

Bei den meisten Menschen verläuft eine Corona-Infektion ohne größere Komplikationen. Manche hingegen haben über Monate hinweg mit den Folgen des Virus zu kämpfen. Die Betroffenen leiden unter Kurzatmigkeit, schlechterer Belastbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, depressiven Verstimmungen und einem eingeschränkten Geruchs- und Geschmacksinn. Mediziner sprechen in solchen Fällen von Long Covid, dessen Ursachen noch nicht abschließend geklärten sind.

Eine neue Studie liefert nun weitere Erkenntnisse zu dem Krankheitsphänomen. Demnach sind Menschen nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 deutlich häufiger chronisch erschöpft sind als Menschen, die nicht mit dem Virus in Kontakt waren. Forschende der Berliner Charité und der Uniklinik werteten dafür Daten von etwa 1000 Patientinnen und Patienten aus, deren Corona-Infektion mindest sechs Monate zurücklag. Die Kontrollgruppe bildeten 1000 Menschen ohne Covid-19-Erkrankung.

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Chronisch erschöpft nach Corona: Erkrankung mit „großem Leidensdruck“ verbunden

Wie das Forscherteam am Mittwoch mitteilte, litten rund 19 Prozent der untersuchten Patienten am chronischen Erschöpfungssyndrom, auch bekannt als Fatigue-Syndrom. In der Vergleichsgruppe waren es nur acht Prozent. „Wir hatten im direkten Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung keine so hohen Zahlen und keinen so deutlichen Unterschied erwartet“, erklärte Carsten Finke von der Klink für Neurologie der Charité und Mitautor der Studie.

Laut den Wissenschaftlern sind insbesondere Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren von langanhaltender chronischer Erschöpfung nach einer Corona-Infektion betroffenen. „Die Erkrankung ist mit großem persönlichen Leidensdruck verbunden, führt zu Ausfällen am Arbeitsplatz und stellt eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar“, sagte Finke.

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Symptome könnte mit der Zeit abnehmen

Als weitere häufige Folge einer Corona-Erkrankung beobachteten die Forschenden kognitive Einschränkungen wie Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen. Die Symptome zeigen sich bei 27 Prozent der Untersuchten und traten eher bei Männern ab 55 Jahren auf. Nur wenige von ihnen litten der Studie zufolge gleichzeitig an chronischer Erschöpfung. Anders sah es bei Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 25 und 54 Jahren aus: In dieser Altersgruppe beklagten etwa die Hälfte Anzeichen von Fatigue und kognitiven Defiziten.

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Das Forschungsteam schloss daraus, dass voneinander unabhängige Faktoren zum Auftreten beider Folgen führen. Es sei nun interessant, ob die kognitiven Einschränkungen dauerhaft bestehen blieben, oder ob sie sich zurückbildeten, erklärte Studienmitautor Walter Maetzler vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „Die aktuellen Daten geben erste Hinweise darauf, dass das chronische Erschöpfungssyndrom weniger stark ausgeprägt ist, je länger die Erkrankung zurückliegt.“ (mit AFP)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.