Quarantäne

Corona: Diese Quarantäne-Regeln gelten bald für Infizierte

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Allgemeine Impfpflicht ist vorerst vom Tisch

Allgemeine Impfpflicht ist vorerst vom Tisch

Der Vorstoß für eine Corona-Impfung für alle Erwachsenen in Deutschland ist vom Tisch. Die parlamentarischen Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren legten das Vorhaben mangels Erfolgsaussichten auf Eis.

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Bislang gelten für Corona-Infizierte strenge Regeln. Nun soll die Quarantäne wegfallen – und nur noch "dringend empfohlen" werden.

Berlin. Bislang galten für Corona-Infizierte strenge Quarantäne-Regeln. Damit ist nun Schluss. Ab dem 1. Mai soll für Menschen mit einer Corona-Infektion nur noch eine "dringende Empfehlung" für eine fünf Tage lange Isolation ausgesprochen werden. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Montag mit. Zuvor hatten sich Bund und Länder auf die Neuregelung verständigt. Lauterbach hatte sich zuletzt für eine verkürzte Quarantäne stark gemacht.

Corona-Isolation "dringend empfohlen"

Zwar sollen auch nach dem 1. Mai Kontakte im Infektionsfall gemieden werden, eine Anordnung vom Gesundheitsamt aber ist nicht mehr vorgesehen. Für Menschen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen soll eine Absonderung weiterhin vom Amt angeordnete werden. Freitesten soll in solchen Fällen erst nach fünf Tagen möglich sein, mittels negativem Schnell- oder PCR-Test.

Auch Kontaktpersonen von infizierten Menschen wird "dringend empfohlen", sich für fünf Tage in Quarantäne zu begeben. Sie sollen sich, wie Infizierte, regelmäßig testen. Besonders gilt diese Empfehlung für Menschen, die Risikogruppen angehören.

RKI empfahl neue Regeln

Mit den Lockerungen bei den Quarantäneregeln sollen auch massenhafte Personalausfälle bei hohen Infektionszahlen vermieden werden. Sie gehen auf einen Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts (RKI) zurück.

Bisher dauern die Absonderungen in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test nach sieben Tagen beendet werden. Eine formelle Anordnung des Gesundheitsamtes erfolgt häufig jetzt schon nicht mehr.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte, es gehe um den nächsten Schritt Richtung Eigenverantwortung. "Ich appelliere an die Menschen, sich diese Verantwortung bewusst zu machen", fügte er hinzu. Klar sei zudem, dass noch wichtige Fragen geklärt werden müssten – etwa was Verdienstausfälle oder Krankschreibungen angehe. Hier müsse der Bund rasch einen vernünftigen Vorschlag liefern.

Lauterbach: Lage noch immer angespannt

Lauterbach machte mit Blick auf die Pandemie-Entwicklung deutlich, dass die Lage nach wie vor angespannt sei und man "nicht entwarnen" könne. Zugleich sei es gut, dass beim Anstieg der Fallzahlen "der Wendepunkt erreicht zu sein scheint". Sie gingen systematisch zurück. Dazu habe auch die jüngste Verlängerung der bestehenden Schutzregeln bis zum 2. April beigetragen. Dies war als Übergangsfrist im geänderten Infektionsschutzgesetz vorgesehen.

Lauterbach kritisierte erneut, dass nicht mehr Bundesländer als Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg von der "Hotspot-Regel" im Gesetz Gebrauch machen. Sie ermöglicht weitergehende Schutzvorgaben auch mit mehr Maskenpflichten, wenn das Landesparlament regional eine kritische Lage feststellt. Allgemein sind die meisten staatlichen Schutzvorgaben am Sonntag ausgelaufen. Unabhängig davon können Unternehmen und Einrichtungen nach Hausrecht weiter Vorgaben machen. (pcl/mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.