Kino-Legende

Französischer Filmstar Jean-Paul Belmondo ist tot

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Petra Koruhn
Jean-Paul Belmondo war ein französischer Film- und Theaterschauspieler.

Jean-Paul Belmondo war ein französischer Film- und Theaterschauspieler.

Foto: joel Saget/AFP

Jean-Paul Belmondo ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war einer der erfolgreichsten Schauspieler Europas.

Berlin/Paris. Zerknautsches Gesicht, stahlblaue Augen – und ein Lächeln, das etwas im Herzen der Zuschauer zum Schmelzen brachte: Wenn Jean-Paul Belmondo auftrat, war es wie ein Sog. Mal Ganove, mal Haudegen – und immer mit dem Charme des Herzensbrechers. Jetzt ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

Wie er die Zigarette zwischen den Fingern drehte, sich den Hut in die Stirn zog, das überlegene Grinsen und die Art, wie er über seine wulstigen Lippen strich – Belmondo drückte den Filmen auch mit Gesten und Blicken seinen Stempel auf.

Der Schauspieler, der oft auf seine Rollen als Draufgänger oder ­Action-Held wie „Cartouche, der Bandit“ (Regie: Philippe de Broca) reduzierte wurde, hatte deutlich seriöser angefangen. 1958 und 1959 noch trat Belmondo als Nebendarsteller in mehreren Filmen auf und spielte unter der Regie renommierter Regisseure wie Marcel Carné oder Marc Allégret. In „Ein Engel auf Erden“ war er an der Seite von Romy Schneider zu sehen.

Jean-Paul Belmondo: Einer der erfolgreichsten Schauspieler Europas

Die Filme zählten in der Regel zum konventionellen französischen Unterhaltungskino. Sie galten als blutleer und künstlerisch wertlos.. „Ich dachte nie daran, eines Tages berühmt zu werden. Mit meinem Gesicht hatte ich nichts von einem Verführer an mir – und zu jener Zeit spielte das Äußere noch eine große Rolle“, sagte er einmal. Und täuschte sich. Lässig, unverschämt und unerschrocken – Frankreichs Regisseure rissen sich um ihn: Jean-Luc Godard, Claude Sautet oder François Truffaut wollten diesen Typ in enger Jeans und knapper Jacke.

Mit „Außer Atem“ machte Jean-Luc Godard im Jahr 1959 den damals 26-jährigen Belmondo über Nacht zu einem Star. Die Filmbewegung Nouvelle Vague (Neue Welle), die vor allem ab den 1960er-Jahren erfolgreich dem Kommerzkino den Rücken kehrte, setzte mit einer unkonventionellen Erzählstruktur neue cineastische Maßstäbe. Der Film wurde zu einem Meisterwerk und Belmondo zum Aushängeschild der Kino-Rebellen.

Geschockt hat der französische Topstar, der auch mit „Abenteuer in Rio“ und „Das Superhirn“ begeisterte, die Öffentlichkeit, als am 8. August 2001 bekannt wurde, dass er einen Schlaganfall erlitten hatte. Doch einer wie er war nicht kleinzukriegen, dachte er. Und seine Fans hofften es auch. Doch so richtig erholt hatte er sich nie. „Er war seit einiger Zeit sehr müde“, erklärte der Anwalt des Schauspielers. „Er ist ruhig gestorben.“

Die Schauspiellegende hinterlässt vier Kinder und zahlreiche Enkel. Im Laufe seiner Karriere drehte er rund 80 Filme.

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