Coronavirus

Biontech und Astrazeneca: So gut schützen sie vor Delta

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Astrazeneca-Mitentwicklerin mit eigener Barbie gewürdigt

Astrazeneca-Mitentwicklerin mit eigener Barbie gewürdigt

Barbie ist jetzt auch Impfstoff-Erfinderin: Der US-Spielehersteller Mattel hat eine Barbie-Puppe zu Ehren der Mitentwicklerin des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca, Sarah Gilbert, auf den Markt gebracht.

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Kommt es trotz Corona-Impfung zu einer Infektion mit der Delta-Variante könnte die Viruslast ähnlich hoch sein wie bei Ungeimpften.

Berlin. 
  • Die Corona-Impfungen schützen zuverlässig vor schweren Covid-19-Verläufen
  • Eine neue Studie liefert nun neue Erkenntnisse zum Schutz vor der Delta-Variante
  • Dabei geht es auch um die Viruslast von infizierten Geimpften

Laut einer Studie von britischen Forschern sind Menschen nach zwei Impfdosen von Astrazeneca oder Biontech/Pfizer gut gegen die Delta-Variante des Coronavirus geschützt. Allerdings haben die Forscher herausgefunden, dass Geimpfte, wenn sie sich mit Corona infizieren, eine ähnlich hohe Viruslast haben könnten wie Ungeimpfte. Sofern sie sich anstecken, könnten Geimpfte also ähnlich ansteckend wie Nichtgeimpfte sein.

Bei der Alpha-Variante sei die Viruslast bei Menschen, die sich trotz einer Impfung infizierten, noch deutlich niedriger gewesen, sagt Studienleiterin Sarah Walker, Professorin für medizinische Statistik und Epidemiologie an der Oxford University.

"Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist immer noch geringer, wenn Sie zwei Dosen erhalten haben. Aber wenn Sie es tun, haben Sie eine ähnliche Viruskonzentration wie jemand, der überhaupt nicht geimpft wurde", sagte Walker.

Studie: Guter Schutz nach zwei Impfdosen gegen Delta-Variante

Für die Studie, die noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurde, analysierten die Forschenden insgesamt Ergebnisse von mehr als drei Millionen Nasen- und Rachenabstrichen bei Erwachsenen in Großbritannien – diese fanden zu festgesetzten Zeitpunkten statt, also unabhängig davon, ob jemand typische Covid-19-Symptome hatte. Dadurch Vorgehen lassen sich auch asymptomatische Fälle finden.

Um die Zeiträume vor und nach der Verbreitung von Delta zu vergleichen, analysierten die Forscher etwa 2,58 Millionen Abstriche von rund 380.000 Erwachsenen zwischen Anfang Dezember und Mitte Mai sowie 810.000 Testergebnisse von 360.000 Teilnehmern zwischen Mitte Mai und Anfang August.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass der Schutz vor einer durch PCR nachgewiesenen Infektion 90 Tage nach der zweiten Impfung mit Biontech/Pfizer bei 75 Prozent und bei Astrazeneca bei 61 Prozent lag.Zwei Wochen nach der zweiten Dosis habe dieser noch bei 85 Prozent beziehungsweise 68 Prozent gelegen.

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Weiter unklar: Sind Geimpfte genauso ansteckend wie Ungeimpfte

"Diese Daten sagen uns aber nichts über das Schutzniveau gegen schwere Krankheiten und Krankenhausaufenthalte, zwei sehr wichtige Faktoren, wenn man die Wirksamkeit der Impfstoffe betrachtet, sagt Koen Pouwels, der ebenfalls an der Studie zu Corona-Impfungen beteiligt war.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die Studie allein nicht klären kann, ob die ähnlich hohe Viruslast auch bedeutet, dass Geimpfte nach einer Infektion ähnlich ansteckend sind wie Ungeimpfte. "Ein größerer Teil der Viren könnte bei den Geimpften nicht vermehrungsfähig sein, und/oder die Viruslast könnte bei ihnen schneller sinken, wie es eine Studie mit Krankenhauspatienten nahelegt", schreiben sie. Dennoch könne dies Auswirkungen auf alle Maßnahmen haben, bei denen von einem geringen Risiko der Weiterübertragung durch geimpfte Personen ausgegangen werde. (bef)