Ölpreise

Kein Durchkommen: Riesen-Containerschiff blockiert Suezkanal

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U-Boot von Kokain-Schmugglern aufgebracht

U-Boot von Kokain-Schmugglern aufgebracht

Die kolumbianische Marine hat ein U-Boot aufgebracht, das Drogenschmuggler für die Fahrt nach Mexiko konstruiert hatten. An Bord waren 14 Säcke Kokain.

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Im Suezkanal stauen sich die Frachter. Ein Schiff ist auf der wichtigen Handelsroute auf Grund gelaufen. Jetzt steigen die Ölpreise.

Kairo. Ein riesiges Containerschiff ist im Suezkanal in der Nacht zu Mittwoch auf Grund gelaufen und blockiert seitdem die wichtige Schifffahrtsroute. Dies führt dazu, dass die Ölpreise steigen.

Eine Windböe habe den Frachter vermutlich vom Kurs abgebracht, sagte das taiwanische Betreiberunternehmen Evergreen Marine Corp am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

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Suezkanal: Mehr als hundert Schiffe stehen im Stau

Mehrere Schlepperboote und Baggerfahrzeuge waren zunächst rund um den Frachter im Einsatz, wie auf den Schiffsradaren vesselfinder.com und marinetraffic.com zu sehen war. Sowohl nördlich als auch südlich des Kanals bildeten sich demnach Staus von Containerschiffen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete von mehr als hundert Schiffen, die eigentlich den Kanal passieren wollten.

Waren die Ölpreise am Dienstag noch deutlich gefallen, so trieben Angebotssorgen die Preise am Mittwoch in die Höhe. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 61,63 US-Dollar. Das waren 84 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass amerikanisches Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 62 Cent auf 58,38 Dollar.

Durch den Kanal läuft ein erheblicher Teil der Energietransporte vom Mittleren Osten in Richtung Europa und USA. Betroffen sind in der Gegenrichtung auch Lieferungen aus der Nordsee nach Asien.

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Frachter im Suezkanal ist 400 Meter lang und 59 Meter breit

Nach Angaben der Schiffsradare handelt sich um den Frachter „MV Ever Given“. Er ist 400 Meter lang und 59 Meter breit. Das 2018 gebaute Schiff fahre unter der Flagge Panamas, es sei aus China gekommen und auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden.

Es war zunächst unklar, wann die Schifffahrtsstraße wieder freigegeben werden könne. Eine Mitteilung der Kanalbehörden lag zunächst nicht vor. An Bord des Frachters soll es auch zu einem Stromausfall gekommen sein.

Der Suezkanal ist eine Wasserstraße, die das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet. Sie ist daher eine wichtige Seeverbindung und Handelsroute zwischen Asien und Europa. Der Kanal ermöglicht die Durchfahrt für zehn Prozent des gesamten internationalen Seehandels. Nach Angaben der Suez Canal Authority (SCA) passierten im vergangenen Jahr fast 19.000 Schiffe mit insgesamt mehr als einer Milliarde Tonnen Fracht den Kanal. (AFP/dpa/fmg)

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