Pandemie

Corona: Die wichtigsten Zahlen des RKI im Überblick

Lesedauer: 4 Minuten
Experten: Corona-Pandemie "hätte verhindert werden können"

Experten: Corona-Pandemie "hätte verhindert werden können"

Eine von der WHO eingesetzte Experten-Kommission ist sich sicher: Die Coronavirus-Pandemie hätte verhindert werden können. Doch viele Staaten und die WHO hätten zu spät reagiert, und viele Politiker hätten ihre Augen vor wissenschaftlichen Erkenntnissen verschlossen, monieren die Experten.

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Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland? Wie hoch ist die Inzidenz? Hier finden Sie wichtige Daten zur Pandemie.

Berlin. 
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet täglich die aktuellen Fallzahlen
  • Am Donnerstag sinkt die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche erneut
  • Die wichtigsten Daten zu den Corona-Fallzahlen nach Bundesland, zur Inzidenz und zur Reproduktionszahl im Überblick

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet - rund 4500 weniger als noch vor einer Woche. Deutschlandweit wurden am Donnerstag nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 278 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten zur Pandemie: Alle Corona-News im Live-Ticker

Corona in Deutschland: Höchstwerte bei Todeszahlen im Januar

Der höchste Wert bei den innerhalb eines Tages gemeldeten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember erreicht worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Der Höchststand von 1244 registrierten Todesfällen binnen 24 Stunden wurde am 14. Januar gemeldet.

Bund und Länder streben einheitliche Corona-Maßnahmen an
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Interaktive Grafik: Wie tödlich das Coronavirus wirklich ist

Corona-Zahlen des RKI: So hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz

  • Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 103,6.
  • Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 107,8 angegeben.
  • Am Donnerstag vergangener Woche lag die Inzidenz bei 129,1.

Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Im März hat sich die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz dann allerdings innerhalb von drei Wochen verdoppelt. In Deutschland war die sehr ansteckende, britische Corona-Variante B.1.1.7 erstmals an Heiligabend nachgewiesen worden. Bereits gut drei Monate später hatte sie die Ursprungsvariante hierzulande weitgehend verdrängt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus geworden. Von ihr sind auch Verschärfungen wie beispielsweise nächtliche Ausgangssprerren abhängig. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz so zu mindern, dass die Gesundheitsämter die Nachverfolgung von Kontakten der Corona-Infizierten leisten können.

Corona-Fallzahlen des RKI – ein Überblick

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.565.704 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die bisher an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, liegt bei 85.658.

Definition: Was ist der R-Wert und wie hoch ist er aktuell?

Der bundesweite R-Wert lag laut Lagebericht des RKI vom Donnerstagabend bei 0,77 (Vortag 0,73). Liegt der R-Wert über eins, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen langfristig. Das RKI meldet den aktuellen R-Wert in der Regel abends.

Datum 13. Mai 12. Mai 11. Mai
4-Tage-R-Wert 0,77 0,73 0,80
7-Tage-R-Wert 0,87 0,82 0,83

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht einen sogenannten 7-Tage-R-Wert an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 0,87. Am Vortag hatte er bei 0,82 gelegen. Dieser Wert bildet das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen ab.

Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet

Corona-Zahlen: Warum schwanken die RKI-Zahlen häufig?

Die Fallzahlen und die daraus berechnete Sieben-Tage-Inzidenz des RKI können sich stark von den veröffentlichten Zahlen der örtlichen und Landesgesundheitsämter unterscheiden. Das hat diverse Gründe:

  • Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land
  • Unter Umständen gibt es dabei sogar an einem Tag mehrere Schwankungen
  • Manchmal kommt es auch zu Übertragungsfehlern der Fallzahlen zwischen den einzelnen Meldestellen
  • Stellt ein Labor einen Fall fest, übermittelt es diesen an die örtliche Gesundheitsbehörde, von dort gehen die Daten an das Landesgesundheitsamt
  • Dort werden alle Meldungen aus einem Bundesland gebündelt und dann gesammelt an das RKI übertragen
  • Weil der Ablauf des sogenannten Meldesystems für Infektionskrankheiten noch immer nicht vollständig digitalisiert ist, kann es auch passieren, dass Daten erst einen Tag verspätet beim RKI eintreffen

Für die einzelnen Bundesländer übermittelt das RKI die folgenden Gesamtzahlen (nachgewiesene und gemeldete Infektionen, Datenstand 13. Mai):

Bundesland Infektionszahlen
Nordrhein-Westfalen 778.353
Bayern 620.745
Baden-Württemberg 473.284
Hessen 276.800
Sachsen 275.860
Niedersachsen 250.092
Berlin 174.409
Rheinland-Pfalz 147.469
Thüringen 123.320
Branden­burg 105.881
Sachsen-Anhalt 95.599
Hamburg 74.495
Schleswig-Holstein 61.210
Mecklenburg-Vorpommern 42.574
Saarland 39.221
Bremen 26.392