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„OnlyFans“: So funktioniert die Porno-Instagram-Alternative

Bella Thorne, Schauspielerin und Sängerin, hat der Plattform „OnlyFans“ viel Aufmerksamkeit beschert.

Bella Thorne, Schauspielerin und Sängerin, hat der Plattform „OnlyFans“ viel Aufmerksamkeit beschert.

Foto: Jimmy Morris / dpa

Bilder und Videos, mit und ohne sexuellen Inhalten: Das Netzwerk „OnlyFans“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit – auch bei Promis.

Berlin. 
  • „OnlyFans“ wird immer bekannter: Das soziale Netzwerk erinnert an Instagram, wobei die Inhalte pornografischer Natur sind
  • Das soziale Netzwerk unterscheidet sich deutlich von seinen Konkurrenten
  • Die Anbieter bei „OnlyFans“ produzieren ihren Inhalte meist eigenständig. Im Vergleich zu professionellen Porno-Plattformen, möchte „OnlyFans“ nahbarer und realistischer sein

Fotos, Videos, private Nachrichten – wie Instagram, nur mit der Möglichkeit, pornografische Inhalte hochzuladen: So lässt sich das soziale Netzwerk „OnlyFans“ beschreiben. Vor rund vier Jahren ging die Plattform in Großbritannien an den Start. Seither erfreut sich das Netzwerk zunehmender Beliebtheit – auch bei vielen Nutzern außerhalb der Porno-Industrie.

Das Besondere: Wer die expliziten Inhalte der Influencer sehen möchte, der muss dafür bezahlen. Die US-amerikanische Schauspielerin Bella Thorne, bekannt aus verschiedenen Disney-Produktionen, erstellte Mitte August einen Account bei OnlyFans. Nach eigenen Angaben verdiente die Schauspielerin innerhalb 24 Stunden eine Million Dollar. Wer ihr Profil abonnieren möchte, zahlt 20 Dollar im Monat.

Kurz darauf bot sie ihren Fans „sexy Fotos“ für weitere 200 Dollar an – und sorgte damit für Empörung. Auf den Fotos war die Schauspielerin nämlich nicht nackt, sondern in Bademode abgelichtet. Verärgerte Abonnenten forderten daraufhin ihr Geld zurück.

Rapperin Cardi B. nutzte die Seite um ihre neue Single „WAP“ (Wet Ass Pussy) zu promoten. Zwar zeigt sie keine pornografischen Inhalte, sondern möchte nach eigener Aussage ihren Fans zeigen, wie ein Videodreh abläuft.

„OnlyFans“ – So funktioniert die Instagram-Alternative

  • OnlyFans hat laut eigener Angabe aktuell weltweit mehr als 25 Millionen registrierte Nutzer,
  • von denen rund 500.000 kostenpflichtige Inhalte anbieten – Tendenz steigend.
  • 4000 davon sollen allein aus Deutschland kommen. Nur wer bezahlt, sieht mehr als Profilinfos und ein Foto der Anbieter.

Das soziale Netzwerk unterscheidet sich somit deutlich von seinen Konkurrenten. Während nackte und sexuelle Inhalte auf Sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram verboten sind, sind sie auf OnlyFans erwünscht. Das lockt nicht nur bekannte Schauspieler und Pornodarsteller, sondern auch immer mehr Amateure. Wer einen Account erstellen möchte, muss mindesten 18 Jahre alt sein.

Die Plattform bietet verschiedene Zahlungsmethoden an. Es besteht die Möglichkeit, ein Abo abzuschließen. Den monatlichen Preis bestimmt jeder Anbieter selber. Der Mindestpreis liegt bei umgerechnet 3,36 Euro.

Alternativ kann für jeden einzelnen Inhalt bezahlt werden. Eine weitere Besonderheit: Trinkgelder. Wer einen Inhalt besonders gut findet, kann einen freiwilligen Bonos zahlen. Das Limit liegt bei maximal 100 Dollar. 80 Prozent davon gehen an den Anbieter, die restlichen 20 Prozent behält OnlyFans. Auch für private Nachrichten können Anbieter zur Kasse gebeten werden – eine Nachricht darf maximal 50 Dollar kosten.

Soziales Netzwerk: Pornografische Inhalte ohne professionelles Studio

Die Anbieter bei OnlyFans produzieren ihren Inhalte meist eigenständig. Im Vergleich zu professionellen Porno-Plattformen, möchte OnlyFans nahbarer und realistischer sein. Wer Inhalte hochladen möchte, braucht für ihre Erstellung kein professionelles Studio. Und: Es werden nur Menschen erreicht, welche die Inhalte auch wirklich sehen wollen.

Die Corona-Pandemie beflügelte das Geschäft mit den Nacktfotos: Laut einem Bericht der „Huffington Post“ konnte OnlyFans im April tausende Neuzugänge vermelden. Viele davon sollen Sexarbeiterinnen sein: Weil Bordelle und Strip-Clubs vielerorts noch geschlossen sind, nutzen viele die Online-Alternative zum Geld verdienen. (dmt)

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