Angriff

Norwegen: Eisbär verletzt Camper auf Spitzbergen tödlich

Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen wurde in der Nacht zu Freitag ein Mann von einem Eisbären getötet.

Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen wurde in der Nacht zu Freitag ein Mann von einem Eisbären getötet.

Foto: Line Nagell Ylvisaker / dpa

Ein Mann ist nachts auf einem Zeltplatz von einem Eisbären getötet worden. Andere Menschen hatten versucht, ihn zu retten.

Berlin. Ein Mann ist auf Spitzbergen von einem Eisbär en getötet worden. Wie die Behörden mitteilten, ist der Mann nachts auf einem Zeltplatz bei Longyearbyen, dem Hauptort der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe in der Arktis, von dem Tier angegriffen worden und kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlegen.

Andere Menschen hätten auf den Bären geschossen, der später tot auf einem Parkplatz beim örtlichen Flughafen gefunden wurde. Longyearbyen liegt rund 1300 Kilometer vom Nordpol entfernt. Auf der Inselgruppe leben rund tausend Eisbären. Den Bewohnern von Spitzbergen wird daher geraten, Ortschaften nur bewaffnet zu verlassen.

Eisbären griffen Gruppe britischer Schüler an

In den vergangenen 50 Jahren gab es auf Spitzbergen insgesamt sechs tödliche Bärenattacken auf Menschen. Der letzte Zwischenfall war 2011, als eine Gruppe britischer Schüler beim Zelten angegriffen wurde. Ein 17-Jähriger wurde damals getötet und vier weitere Schüler verletzt.

Wissenschaftlern zufolge nähern sich Eisbären auf Nahrungssuche immer häufiger menschlichen Behausungen, weil das schmelzende Eis ihr natürliches Jagdrevier verkleinert. Eisbären ernähren sich überwiegend von Robben.

Klimawandel und Tourismus sind große Gefahren für Eisbären

Aggressive und dem Verhungern nahe Eisbären waren vor einem Jahr in mehreren Siedlungen auf der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlija in Wohnhäuser eingedrungen. Regionale Behörden sprachen von einer „Invasion“ und riefen den Notstand aus.

Nicht nur der Klimawandel ist eine große Gefahr für die Eisbären. Auch der Tourismus kann für sie tödlich enden. Vor zwei Jahren war die Besatzung eines deutschen Kreuzfahrtschiffes zu nah an Eisbären herangekommen und angegriffen worden. Daraufhin wurde einer der Bären getötet. (afp/msb)