Prozess

Mutter lässt Kind verdursten – siebeneinhalb Jahre Haft

Mutter lässt Kind verdursten

Die Vorwürfe sind grausam: Eine Mutter sperrt ihr Kind absichtlich in einem überhitzten Zimmer ein. Erst, wenn es zu spät ist, sieht sie nach ihm. Die Richter am Landgericht Mönchengladbach sprachen nun ihr Urteil.

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Fast zwei Tage dauerte der Todeskampf des kleinen Jungen. Seine Mutter hatte ihn verdursten lassen – und kommt dafür nun ins Gefängnis.

Mönchengladbach. Die Qualen, die ein Zweijähriger in Grevenbroch tagelang durchleben haben muss, sind unvorstellbar. Die Mutter hatte ihren Sohn bewusst zwei Tage lang in einem überhitzten Zimmer sich selbst überlassen, so lange, bis der kleine Leon schließlich verdurstete und starb. Jetzt wurde die 28-Jährige verurteilt.

Am Donnerstag sprach das Landgericht Mönchengladbach die Mutter schuldig. Die Richter verhängten eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Die offizielle Begründung lautet versuchter Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge.

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Mutter kann kein Vorsatz nachgewiesen werden

Nach Feststellung des Gerichts hatte die Mutter von zwei Kindern den kleinen Leon am Abend des 14. April 2019 in einen Schlafsack gepackt und ins Kinderbett gelegt. Weil die Heizung in der Wohnung ausgefallen war, drehte sie einen Heizlüfter voll auf und stellte ihn vor das Bett. Erst am Vormittag des übernächsten Tages ging sie wieder in das Zimmer, um nach ihrem Sohn zu schauen. Sie habe ihn „schlicht im Stich gelassen“, sagte der Richter.

Mit dem Urteil folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Da der genaue Todeszeitpunkt im Prozess nicht festgestellt werden konnte, habe der Angeklagten kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden können, sagte der Richter. Deshalb wurde sie nur wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen verurteilt.

Die depressive Angeklagte hatte die Tat im Prozess gestanden und ausgesagt, sie sei überfordert gewesen. Sie habe aber nie gedacht, dass das Kind sterben könnte.

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(dpa/yah)