Eklat

Spanische Regierung „entsetzt“ über Nazi-Karnevalskostüme

Campo De Criptana am Rosenmontag: Ein als Holocaust-Opfer verkleideter Mann und als Nazi-Soldatinnen verkleidete Frauen nehmen an einem Karnevalsumzug teil.

Campo De Criptana am Rosenmontag: Ein als Holocaust-Opfer verkleideter Mann und als Nazi-Soldatinnen verkleidete Frauen nehmen an einem Karnevalsumzug teil.

Foto: Rey Sotolongo / dpa

In einer spanischen Kleinstadt sind Karnevalisten als Nazis und Häftlinge zu einem Umzug gekommen. Die Regierung reagierte entsetzt.

Madrid. Eine Gruppe von Karnevalisten, die in der spanischen Kleinstadt Campo de Criptana auf einem Rosenmontagsumzug mitlief, hat „Entsetzen“ bei der Regierung in Madrid ausgelöst.

Die Gruppe bestand aus Teilnehmern, die mit Uniformen kostümiert waren, die stark an Nazi-Kleidung erinnert, und aus Menschen in Häftlingskleidung, ähnlich der, wie sie in Konzentrationslagern getragen wurde. Auf Fotos im Internet war außerdem zu sehen, dass die als Häftlinge verkleideten Teilnehmer Israel-Fahnen trugen. Ein Wagen war zudem wie eine Gaskammer gestaltet.

Israelische Botschafterin nennt Nazi-Kostüme „beschämend“

Außenministerin González Laya erklärte, sie lehne „jede Banalisierung“ des Holocaust entschieden ab. Zuvor hatte die israelische Botschafterin Radian-Gordon die „beschämende Verharmlosung des Holocaust“ bei dem Umzug scharf kritisiert.

Die Organisatoren haben sich nach Angaben der spanischen Außenministerin inzwischen beim Verband der jüdischen Gemeinden in Spanien entschuldigt.

Geschmacklose Verkleidungen waren in den vergangenen Tagen nicht nur in Spanien ein Thema: Der Straßenkarneval im belgischen Aalst wurde international kritisiert, nachdem unter anderem antisemitische Karikaturen orthodoxer Juden, zwischen denen Goldbarren liegen, und als orthodoxe Juden verkleidete Teilnehmer bei dem Umzug zu sehen waren. In Hamburg hingegen wurde ein Viertklässler vorübergehend von seiner Grundschule suspendiert, nachdem er sich ein auf Papier gemaltes Hakenkreuz an den Arm geheftet hatte. (dpa/br)