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Coronavirus: Bereits 80 Menschen an Virus gestorben

Corona-Virus: Das sind die Symptome

Die Zahl der Erkrankten ist sprunghaft angestiegen. Deshalb fürchten viele nun eine Pandemie ähnlich wie Anfang der 2000er Jahre, als Hunderte am Sars-Virus starben.

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2800 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Mit Hunderten weiteren Erkrankten wird gerechnet. Die Entwicklungen im Blog.

Peking. 
  • Die neuartige Lungenerkrankung breitet sich in China rasant aus – und erreicht andere Teile der Welt
  • Es gibt bereits 80 Todesfälle in China, die Zahl der Infektionen in China ist auf fast 2800 gestiegen
  • Das Coronavirus hat auch Europa erreicht, in Frankreich wurden drei Verdachtsfälle bestätigt
  • In den USA sind fünf Menschen an dem Virus erkrankt
  • In Berlin gab es am Sonntag den ersten Verdachtsfall, der sich jedoch nicht bestätigte

Die gefährliche Lungenkrankheit krempelt den Alltag vieler Chinesen um: Viele Millionen Einwohner stehen unter Quarantäne. Der Virus wurde inzwischen auch in anderen Ländern gemeldet.

Alle aktuellen Entwicklungen und Nachrichten in unserem News-Blog.

Montag, 27. Januar: Sprunghafter Anstieg der Toten und Infizierten

6.15 Uhr: Die Zahl der Toten in China ist bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus in der Volksrepublik sogar um mehr als 700 auf 2744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die chinesischen Behörden berichtete. Mit den rund 50 Fällen außerhalb Chinas sind damit bislang fast 2800 Fälle weltweit bestätigt.

Die Zahl der Infizierten in China kann weiter stark steigen, da es rund 5800 Verdachtsfälle gibt, bei denen die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es 17 bestätigte Erkrankungen – in anderen Ländern Dutzende mehr. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, war die große Mehrheit der außerhalb Chinas Erkrankten zuvor in der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina gewesen, dem Ausgangsort der Epidemie.

In den USA wurden zwei neue Fälle in Kalifornien und Arizona bestätigt, wie die US-Gesundheitsbehörde berichtete. Damit steigt die Zahl in den USA auf fünf.

Außerdem gibt es drei Fälle in Frankreich, dem bisher einzigen Land in Europa mit bestätigten Erkrankungen, sowie in Thailand, Japan, Südkorea, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal und Australien. Kanada zählte einen ersten „vorläufig bestätigten“ Fall.

Sonntag, 26. Januar: Erste Behandlungserfolge in China

21.43 Uhr: Möglicherweise hat das Coronavirus auch die Schweiz erreicht. Wie das Portal „20min“ berichtet, befinden sich in einem Zürcher Klinikum zwei Personen in Quarantäne, bei denen die neuartige Lungenerkrankung nicht ausgeschlossen werden kann.

16:09 Uhr: Chinesische Ärzte melden erste Erfolge bei der Coronavirus-Behandlung. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, habe sich der Zustand von elf infizierten medizinischen Kräften verbessert.

Die klinischen Symptome seien unter Kontrolle gebracht worden. Das Fieber und andere Beschwerden seien zurückgegangen. Zudem seien Testergebnisse für das Virus danach negativ gewesen. Details über die Art der Behandlung im Xiehe-Krankenhaus der schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina wurden nicht berichtet.

15:34 Uhr: Ein Flugzeug mit Menschen an Bord, die möglicherweise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, darf in Deutschland nur fünf Flughäfen ansteuern. Es handele sich um Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, der „Rheinischen Post“.

Die Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation sehen demnach vor, dass diese fünf Airports zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sogenannte Kernkapazitäten vorhalten müssen. Im Falle der Ankunft eines Passagierflugzeugs mit einem Verdachtsfall an Bord würde die betreffende Maschine zu einem der fünf Flughäfen umgeleitet, sagte Beisel.

Coronavirus lernt, sich schneller auszubreiten

15:05 Uhr: Neben den USA kündigen auch Frankreich und Japan an, ihre Bürger rasch aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan zu holen. Die Bundesregierung dagegen plant vorerst keine Evakuierungen.

14:12 Uhr: Das Virus ist nach Einschätzung der chinesischen Gesundheitsbehörden nicht so gefährlich wie der Sars-Erreger. „Von dem her, was wir derzeit sehen, ist diese Krankheit tatsächlich (...) nicht so stark wie Sars“, sagte der Leiter des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle, Gao Fu.

Allerdings scheine die Fähigkeit von 2019-nCoV, sich auszubreiten, zuzunehmen, führte der Leiter der Nationalen Gesundheitskommission, Ma Xiaowei, aus. Außerdem sei das Virus bereits während der bis zu zwei Wochen langen Inkubationszeit übertragbar, also schon bevor ein Infizierter Symptome der Krankheit bemerkt. „Das ist ganz anders als bei Sars“, sagte Ma.

Entwarnung in Berlin nach Coronavirus-Verdacht

13:42 Uhr: In Deutschland gibt es weiter keinen Fall der neuen Lungenkrankheit. Ein Verdacht auf eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Berlin ist ausgeräumt worden.

„Uns lag die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte vor. Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus“, teilte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung am Sonntag mit.

13:00 Uhr: In Berlin gibt es einen ersten Verdachtsfall. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) stellte am Sonntagmorgen gegenüber der „Berliner Morgenpost“ Medienberichte richtig, wonach sich der Verdacht nicht bestätigt habe.

Eine Frau befinde sich auf der Isolierstation des DRK Klinikums Mitte. Dort habe sich die Patientin am Sonnabend mit Atembeschwerden vorgestellt. Weil sie in den vergangenen Tagen in China gewesen sei, habe man sie dort behalten, einen Abstrich genommen und diesen ins Labor der Virologie an der Universitätsklinik Charité geschickt. Ein Ergebnis der Untersuchung liege noch nicht vor, werde aber in den nächsten Stunden erwartet, sagte die Senatorin. Die Charité hat einen Test entwickelt, um das Coronavirus zu identifizieren.

Coronavirus in China: 56 Tote – USA evakuieren US-Bürger aus Wuhan

9:00 Uhr: Trotz drastischer Gegenmaßnahmen gibt es immer mehr Todesfälle in China. Die Zahl der bestätigten Todesopfer durch das Coronavirus stieg inzwischen auf 56, wie die chinesische Gesundheitsbehörde am Sonntag mitteilte. Demnach haben sich 1975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst.

Das US-Außenministerium kündigte am Sonntag an, US-Bürger aus Wuhan auszufliegen.

Die USA planen für Dienstag einen Flug aus der Elf-Millionen-Stadt Wuhan, in der das Virus zuerst aufgetreten war, um US-Behördenpersonal und weitere Staatsbürger nach San Francisco zu bringen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Für Privatpersonen gebe es nur „begrenzte Kapazitäten“, schränkte die Behörde ein. Vorrang hätten Menschen, die durch den Krankheitserreger „stärker gefährdet“ sind. Rund 1000 US-Bürger sollen sich nach Angaben des „Wall Street Journals“ in Wuhan aufhalten. Auch Frankreich plant per Bus eine Evakuierungsaktion seiner Bürger aus der Hubei-Provinz, in der Wuhan liegt.

Außerhalb Chinas sind nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle von Infizierten bekannt – darunter drei Patienten in Frankreich, wobei es sich um die ersten bekanntgewordenen Erkrankungen in Europa handelt.

Wie chinesische Staatsmedien am Sonntag berichteten, sollen in Wuhan 24 allgemeine Krankenhäuser nun zusätzliche Betten für Patienten bereitstellen. Wuhan hatte zuvor bereits im Eiltempo mit dem Bau von zwei neuen Krankenhäusern begonnen, die insgesamt eine Kapazität von 2300 Betten haben sollen. Das erste Hospital in Schnellbauweise soll am Montag in einer Woche erste Patienten aufnehmen, das zweite zwei Tage später.

Die Krankenhäuser der Stadt sind offenbar völlig überfordert. Nach offiziell unbestätigten Berichten werden Patienten zurückgewiesen, weil es nicht genug Personal und Betten gibt.

Aus anderen Teilen Chinas wurden mehr als 1680 Ärzte und Pfleger nach Wuhan entsandt. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr, Zug- und Flugverbindungen wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt. Von Sonntag an wird auch der gewöhnliche Autoverkehr in den großen Stadtbezirken Wuhans gestoppt. Zudem kündigten Universitäten der Stadt an, den Beginn des neuen Semesters zu verschieben.

Inzwischen wurden mehr als 40 Millionen Menschen in gut einem Dutzend Städten im Herzen Chinas weitgehend von der Außenwelt abgeschottet, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Samstag, 25. Januar: Erste Infizierte in Europa – drei Verdachtsfälle in Frankreich bestätigt

18.29 Uhr: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 1372 gestiegen. Das Staatsfernsehen gab die Zahl der Toten am Samstagabend Ortszeit unverändert mit 41 an, davon 39 in der schwer betroffenen Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan. Mit diesen neuen Angaben kletterte die Zahl der nachgewiesenen Patienten mit der neuen Lungenkrankheit in China innerhalb eines Tages um mehr als 400. Laut dieser Aufstellung gibt es in Hongkong, Taiwan und Macao zehn weitere Erkrankungen. Weltweit kommen demnach außerdem rund 30 bestätigte Fälle hinzu.

17.26 Uhr: Die drei in Frankreich mit dem neuen Coronavirus infizierten Patienten sind offenbar nicht schwer erkrankt. Dem Paar, das im Pariser Krankenhaus Bichat wegen der Lungenkrankheit behandelt werde, gehe es gut, erklärten Ärzte am Samstag bei einer Pressekonferenz.

Einer von ihnen habe noch etwas Fieber. Der 31-jährige Mann und seine 30 Jahre alte Frau waren demnach am 18. Januar von einem Aufenthalt in Wuhan in Frankreich angekommen. Auch dem dritten Patienten in Frankreich, der in einer Klinik in Bordeaux behandelt wird, gehe es soweit gut, sagte der Bürgermeister der südwestfranzösischen Stadt, Nicolas Florian, am Samstag.

16.50 Uhr: Die Lungenkrankheit in China ist nach Darstellung von Staats- und Parteichef Xi Jinping eine ernste Herausforderung. „Leben ist von höchster Bedeutung“, sagte der Präsident nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf einem Krisentreffen der chinesischen Führung am Samstag in Peking. Eine Epidemie sei ausgebrochen. „Es ist unsere Verantwortung, sie einzudämmen und zu kontrollieren.“

Es müsse alles getan werden, um die Patienten zu behandeln, die Zahl des eingesetzten medizinischen Personals zu vergrößern und die zivilen und militärischen Ressourcen in der Medizin zu koordinieren. Das Treffen unterstrich laut Xinhua auch, dass Informationen über die Krankheit „zeitgemäß, korrekt und transparent“ veröffentlicht werden sollten, um Sorgen im In- und Ausland zu begegnen.

16.11 Uhr: Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die Zentralregierung in Peking alle Gruppenreisen im In- und ins Ausland untersagen. Von Montag an würden sämtliche Gruppentouren chinesischer Reiseagenturen ins Ausland ausgesetzt, berichtete der Staatssender CCTV am Samstag. Gruppenreisen im Inland dürfen demnach ab kommenden Freitag nicht mehr stattfinden.

13.08 Uhr: Wie chinesische Staatsmedien berichten, planen die Behörden den Bau eines weiteren Krankenhauses mit 1300 Betten in Wuhan. Das Gebäude soll innerhalb von 14 Tagen fertiggestellt werden. Es ist die zweite Klinik, die in Wuhan speziell zur Behandlung des Coronavirus errichtet wird.

Die chinesische Regierung hat unterdes eine Arbeitsgruppe zu dem Virus eingerichtet. Die Entscheidung sei nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens während einer Krisensitzung des Politbüros unter Leitung von Staats- und Parteichef Xi Jinping gefallen.

11.12 Uhr: Hongkong hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Notstand ausgerufen, wie Regierungschefin Carrie Lam mitteilte. Mehrere öffentliche Veranstaltungen, darunter eine Neujahrsgala und ein Marathon, seien abgesagt worden.

11.03 Uhr: In Deutschland könnten künftig Fiebermessungen von China-Reisenden an Flughäfen notwendig werden, wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte. Erwin Rüdel (CDU), Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses, empfahl Behörden und Klinken, sich auf eine Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzustellen.

„Wichtig ist, dass deutsche Kliniken sich bereits jetzt darauf vorbereiten, solche Patienten behandeln zu können“´ sagte Rüdel der „Rheinischen Post“.

7.56 Uhr: China ergreift weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Fünf weitere Städte in der Provinz Hubei wurden von den Behörden abgeriegelt. Insgesamt wurden nun 18 Städte von der Außenwelt isoliert, 56 Millionen Menschen stehen unter Quarantäne.

Zudem ordneten die chinesischen Behörden landesweite Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr an. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte, werden Messstationen eingerichtet, in denen Passagiere auf Symptome getestet werden. Passagiere mit Verdacht auf eine Infektion sollen sofort in eine medizinische Einrichtung gebracht werden.

7.32 Uhr: Der Ski-Weltverband FIS will in den nächsten Tagen entscheiden, ob die am 15. und 16. Februar geplanten Skirennen in Yanqing nahe Peking stattfinden werden oder nicht. Die Rennen, eine Abfahrt und ein Super-G der Herren, gelten als Testwettkämpfe für die Olympischen Winterspiele 2022 in China.

6.07 Uhr: Das Coronavirus hat Europa erreicht. Laut französischem Gesundheitsministerium seien in Frankreich drei Verdachtsfälle bestätigt worden. Die Infizierten seien zuvor alle in China gewesen. Dort ließen Behörden vermelden, dass die Zahl der Toten auf 41 gestiegen sei.

Insgesamt sind den chinesischen Behörden zufolge knapp 1300 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert, internationale Wissenschaftler gehen jedoch von mehreren tausend Infizierten aus.

Freitag, 24. Januar: Disneyland wegen Coronavirus geschlossen – neue Klinik nur für Infizierte

14.40 Uhr: Bisher haben sich offenbar noch kein Bundesbürger mit der neuen Lungenkrankheit aus China infiziert. „Nach unserer Kenntnis sind bislang keine Deutschen erkrankt“, sagte am Freitag eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Gleichzeitig rief sie alle China-Reisenden eindringlich auf, vor Reisebeginn die Sicherheitshinweise des Ministeriums genau zu lesen. Dort wird unter anderem empfohlen, Reisen in die vom Coronavirus betroffenen Gebiete möglichst zu verschieben.

10.09 Uhr: Auch beliebte Ausflugziele wie das Disneyland in Shanghai (2018 fast 12 Millionen Besucher) reagieren – der Freizeitpark hat Touristen, die einen Aufenthalt gebucht haben, per Mail informiert, dass das gesamte Resort ab Samstag auf unbestimmte Zeit vollständig geschlossen bleibe. „Wir werden die Situation sehr genau beobachten und stehen mit der lokalen Regierung in sehr engem Kontakt.“

Auch im Disneyland in Hongkong reagiert man, dort finden vorerst keine „Treffen mit Disney-Charakteren“ statt, insofern diese keine Masken oder Ganzkörperkostüme tragen – das betrifft zum Beispiel die „Prinzessinnen“ wie Arielle und Elsa aus der Eiskönigin.

10.32 Uhr: In der Millionenmetropole Wuhan, von der die Krankheit ihren Ausgang nahm, soll daher binnen anderthalb Wochen eine Klinik mit tausend Betten nur für die mit dem Coronavirus infizierten Patienten errichtet werden. Auf der Baustelle waren am Freitag Dutzende Bagger und Lastwagen im Einsatz, wie im Staatssender CCTV zu sehen war.

Die neue Klinik mit mehr als 25.000 Quadratmetern Fläche soll am 3. Februar in Betrieb gehen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Vor der Ankündigung des Bauvorhabens hatte es Berichte über Bettenknappheit in Wuhans Krankenhäusern wegen der Infektionskrankheit gegeben.

09.17 Uhr: Nachdem die Behörden am Freitag in vier weiteren Städten den öffentlichen Verkehr aussetzten, sind nun mehr als 41 Millionen Menschen von den Quarantänemaßnahmen betroffen. Bei den neu hinzu gekommenen Städten handelt es sich um Xianning, Xiaogan, Enshi und Zhijiang, die allesamt in der Provinz Hubei liegen.

Dort befindet sich auch die Elf-Millionen-Metropole Wuhan, von der das Virus ausging und die als erste chinesische Stadt wegen des Erregers 2019-nCoV unter Quarantäne gestellt worden war.

Sehen Sie auf dieser Google-Karte, wo Wuhan liegt.

Donnerstag, 23. Januar: Nachweise auch in den USA und Thailand

In immer mehr Teilen der Welt wächst die Sorge um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, das von Experten als Ursache für eine gefährliche Lungenerkrankung gesehen wird. Mittlerweile hat das Virus in China bereits zu 17 Todesfällen geführt, das berichtete die Regierung der Provinz Hubei in der schwer betroffenen Metropole Wuhan am Mittwoch. Bisher waren erst neun Todesfälle durch das neuartige Virus bekannt gewesen.

Der Virus war ebenfalls in den USA nachgewiesen worden, auch aus Thailand wurden weitere Fälle gemeldet. Ebenfalls nachgewiesen wurden Infektionen in Taiwan, Japan, Südkorea und in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau.

Nach dem Ausbruch der neuartigen Virusinfektion in der chinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan sollen weder Züge noch Flugzeuge die Stadt verlassen dürfen. Das berichtete die staatliche Zeitung „China Daily“ unter Berufung auf lokale Behörden am Mittwochabend. Zudem soll der gesamte öffentliche Nahverkehr ab Donnerstagvormittag (Ortszeit) vorübergehend stillstehen. Damit soll das Risiko minimiert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Die Bewohner von Wuhan seien aufgefordert, die Stadt nicht ohne triftigen Grund zu verlassen

Experten halten das Einschleppen der mysteriösen Lungenkrankheit aus China auch nach Europa für immer wahrscheinlicher. Es sei nicht auszuschließen, dass eine erkrankte Person nach Deutschland reise, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Sorgen müsse man sich in Deutschland aber nicht machen.

„Wir müssen in den kommenden Tagen mit mehr Fällen in anderen Teilen Chinas und möglicherweise auch in anderen Ländern rechnen“, erklärte der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tarik Jašarević, am Dienstag in Genf. Ungewöhnlich sei das nicht: „Wenn man die Überwachung ausweitet, ist es auch wahrscheinlich, dass man mehr Fälle entdeckt.“ Die WHO will sich am Mittwoch in einer Krisensitzung mit dem Erreger befassen, der Atemwegserkrankungen verursacht.

Lungenkrankheit in China: Infektionen gingen wohl von einem Tier aus

Nach dem Ausbruch der rätselhaften Lungenkrankheit in China war die Zahl der bestätigten Fälle am Dienstag sprunghaft auf rund 440 gestiegen. Forscher am britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College London gehen davon aus, dass die Ausbreitung der Krankheit sehr viel größer ist als bisher bekannt. Nach ihrer Wahrscheinlichkeitsrechnung schätzen die Experten die Zahl der Patienten auf mehr als 1700. Lesen Sie hier, wie welche Symptome das Virus aus China hervorruft und wie gefährlich sie ist.

Die Sorgen werden durch den intensiven Reiseverkehr rund um den chinesischen Neujahrstag am Samstag gesteigert. Rund um das Fest sind jedes Jahr Millionen Chinesen per Zug, Bus oder Flugzeug im Land unterwegs. Nach chinesischen Angaben ist das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar.

Neues Virus verbreitet sich schnell in China

Coronavirus in China: Fieberkontrollen an Flughäfen

Die chinesischen Behörden konzentrierten sich darauf, Drehscheiben für den Transport wie Flughäfen oder Bahnhöfe, wo viele Passagiere verkehrten, zu desinfizieren und zu beobachten. Andere asiatische Staaten haben die Vorsichtsmaßnahmen bei der Einreise besonders von Reisenden aus Wuhan verstärkt und Fieberkontrollen eingeführt, um eine befürchtete Ausbreitung zu vermeiden.

Die US-Botschaft in Peking gab eine Reisewarnung aus. Reisende nach Wuhan sollen demnach Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder auch ungekochtes Fleisch meiden. Auch sollten sie kranken Personen aus dem Weg gehen und sich die Hände häufig mit Seife und Wasser waschen.

Keine Reisewarnung durch die WHO

Wer in Wuhan gewesen sei und sich krank fühle, solle sofort medizinische Hilfe suchen und den Kontakt mit anderen meiden, hieß es weiter. Bevor der Arzt aufgesucht werde, solle die Praxis oder Klinik über die Reisegeschichte und die Symptome unterrichtet werden.

Die WHO erließ ausdrücklich keine besondere Reisewarnung. In einer Mitteilung wurde lobend erwähnt, dass die Identifikation eines neuen Virus in kurzer Zeit eine „bemerkenswerte Errungenschaft“ sei. Es demonstriere die gewachsenen Fähigkeiten Chinas, mit solchen Ausbrüchen umzugehen. (gem/jb/cho/dpa)

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