Krebstherapie

Brustkrebs: Biomarker-Test ist ab sofort Kassenleistung

Brustkrebs-Untersuchung: Der Biomarker-Test ist zukünftig krankenkassengefördert.

Brustkrebs-Untersuchung: Der Biomarker-Test ist zukünftig krankenkassengefördert.

Foto: Andrey Popov / imago / Panthermedia

Brustkrebs-Patientinnen im Frühstadium bekommen künftig einen Biomarker-Test von den Kassen bezahlt. Warum dies wichtig ist.

Berlin. Sie können eine Hilfe sein, wenn Ärzte entscheiden müssen, ob sich für Patientinnen eine Chemotherapie empfiehlt – oder nicht: Biomarker-Tests werden ab sofort von Krankenkassen gefördert. Für viele ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Brustkrebs. Die Tests werden im Frühstadium der Erkrankung eingesetzt.

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Juni trat somit in Kraft, wie das Entscheidungsgremium von Ärzten, Kassen und Kliniken in Berlin mitteilte. Der Test könne bei Entscheidungen helfen, ob eine Chemotherapie nach einer Operation sinnvoll sei, hatte es zur Begründung geheißen.

Brustkrebs: Biomarker-Test untersucht Aktivität von Genen in Krebszellen

Der Beschluss betreffe den Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score, erläuterte der G-BA. Er untersucht die Aktivität verschiedener Gene in Krebszellen und leitet daraus das Risiko für eine Rückkehr des Tumors ab. Noch festgelegt werden muss nach dem Beschluss nun die ärztliche Vergütung.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen neu an Brustkrebs. In einem frühen Brustkrebs-Stadium kann ein Tumor oft durch Operation vollständig entfernt werden, häufig folgt zusätzlich eine Strahlentherapie. Um eine Rückkehr der Erkrankung zu verhindern, ist anschließend mitunter eine Chemotherapie nötig.

Etwa 20.000 Frauen jährlich könnte der Biomarker-Test helfen

Bei geschätzt 20.000 Frauen jährlich können Ärzte aufgrund klinisch-pathologischer Kriterien keine klare Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben. In diesen Fällen könnte der Biomarker-Test zum Einsatz kommen.

Die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie kann extreme Folgen haben: Viele Krebsbehandlungen haben massive Spätfolgen. Anfang des Jahres hatte Gesundheitsminister Jens Spahn mit Aussagen zur generellen Heilbarkeit von Krebs führende Krebsmediziner irritiert. Immer wieder setzen sich auch prominente Frauen für eine bessere Vorsorge und Behandlung ein. Vor wenigen Wochen sprach Melissa Etheridge über ihren Sieg über die Krankheit. (ses/dpa)