Diebstahl

Polizei stoppt Postdiebe – Tausende Briefe geplündert

Sechs Männer erbeuteten Tausende Briefe.

Sechs Männer erbeuteten Tausende Briefe.

Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto / imago/Eibner

Sechs Männer sollen Tausende Briefe und Pakete abgefangen und so Geld und Wertgegenstände gestohlen haben. Jetzt wurden sie gefasst.

Sundern. Die Täter wollten das Beweismaterial wohl „ein für alle Mal loswerden“, vermutet Sabrina Schluh-Arndt. Die Hausmeisterin einer Schule im sauerländischen Sundern hat dazu beigetragen, mehreren Postdieben das Handwerk zu legen – im Dezember hatte sie im Restmüll-Container ihrer Schule zahlreiche Müllsäcke mit geplünderten Postsendungen entdeckt und die Polizei benachrichtigt.

Nun haben die Beamten die Hintermänner gefasst: Sechs Männer wurden in Sundern festgenommen, sie sollen Tausende Briefe aus dem ganzen Bundesgebiet abgefangen und daraus Geld und Wertgegenstände gestohlen haben.

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Vermeintliche Diebe sind derzeit auf freiem Fuß

„Wir gehen davon aus, dass die zwischen 18 und 32 Jahre alten Männer als Subunternehmer für Lieferungen zwischen Verteilzentren der Post im Einsatz waren“, sagte Polizeisprecher Sebastian Held unserer Redaktion. Es handele sich um drei bosnische Staatsbürger und drei Deutsche. Fünf von ihnen seien in Berlin gemeldet, einer in Oldenburg.

Die Männer sind nach ihrer vorläufigen Festnahme wieder auf freiem Fuß. Die Ermittler stellten bei ihnen über 20.000 Euro Bargeld und zahlreiche Wertsachen wie Smartphones, Tickets, elektronische Geräte, Gutscheine oder Schmuck sicher. Man werde die bislang bekannten Geschädigten im gesamten Bundesgebiet kontaktieren, kündigte die Polizei am Mittwoch an.

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Kritik an der Post

Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation kritisierte die Praxis der Post, für Briefkasten-Leerungen sowie Transporte zu Verteilzentren auf Strecken bis zu 50 Kilometer „fast ausschließlich“ Subunternehmer einzusetzen.

Post-Sprecher Rainer Ernzer wies den Vorwurf zurück, derartige Fälle hätten etwas damit zu tun, ob ein Fahrer „bei uns fest angestellt oder für einen Servicepartner“ im Einsatz sei. „Es hat mit krimineller Energie zu tun“, so Erzner. „Vor der sind wir nicht gefeit.“ Er sprach angesichts von 59 Millionen Briefsendungen am Tag von Einzelfällen.

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