Auslieferung

Mutmaßlicher Pirat an deutscher Grenze festgenommen

Ein 24-Jähriger hatte vor Somalia zwei Schiffe gekapert, an der deutschen Grenze wurde er nun festgenommen.

Ein 24-Jähriger hatte vor Somalia zwei Schiffe gekapert, an der deutschen Grenze wurde er nun festgenommen.

Foto: Werner Scholz / imago/Werner Scholz

Mit 16 kaperte er offenbar Schiffe, mit 24 wurde er festgenommen: Ein mutmaßlicher Pirat ist nach Deutschland ausgeliefert worden.

Berlin. Es klingt ein bisschen nach „Fluch der Karibik 2019“, hat aber einen ernsten Hintergrund: Die Polizei hat einen mutmaßlichen Piraten festgenommen, als dieser nach Deutschland einreisen wollte. Der Mann war bei internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Der 24-Jährige ist laut einem Bericht der „Salzburger Nachrichten“ an der Kaperung zweier Schiffe vor der somalischen Küste beteiligt gewesen.

Die Festnahme erfolgte aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der Somalier hatte nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft vergeblich versucht, von Österreich nach Deutschland einzureisen.

Gleiche Fingerabdrücke auf gekaperten Schiff vor Somalia


In dem Zusammenhang waren Fingerabdrücke genommen worden. Ein Abgleich mit den auf den Schiffen gesicherten Fingerabdrücken ergab einen Treffer. Dem Verdächtigen, der zur Tatzeit 16 Jahre alt war, wird erpresserischer Menschenraub, Angriff auf den Seeverkehr sowie bandenmäßige und gewerbsmäßige Erpressung vorgeworfen.

Im Zielland Deutschland kam er dann auch an, allerdings anders, als er es sich wohl erhofft hatte: Die österreichischen Behörden lieferten den jungen Mann aus.

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Crew des gekaperten Frachtschiffes mit Millionenbetrag ausgelöst


Das Frachtschiff „Ems River“ war am 27. Dezember 2010 gekapert worden. Die achtköpfige Besatzung kam am 1. März 2011 nach Bezahlung von drei Millionen US-Dollar frei. Der zweite Überfall erfolgte den Vorwürfen zufolge am 8. April 2011. Ziel war das deutsche Handelsschiff „Susan K“.

Die Crew kam nach Zahlung von 3,5 Millionen Dollar frei. Die betroffenen Reedereien haben ihren Sitz in Niedersachsen, deshalb ist die Staatsanwaltschaft Osnabrück zuständig. Der Verdächtige ist den Angaben zufolge noch in Süddeutschland in Haft und soll demnächst in den Bereich der zuständigen Justizbehörden überstellt werden. (dpa/ses)