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Ostern 2021: Alles über Ursprung, Bedeutung und Bräuche

Lesedauer: 7 Minuten
Osterurlaub während der Corona-Pandemie

Seit Wochen befindet sich Deutschland im Lockdown. Die Bevölkerung hofft, dass es wenigstens bis Ostern Lockerungen gibt, um verreisen zu können. Mehr dazu im Video.

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Ostern ist in diesem Jahr am 4. April. Doch was genau feiern Christen dann eigentlich? Und warum darf man an Karfreitag nicht tanzen?

Berlin.  Ostern ist in diesem Jahr bereits das zweite Mal ganz anders als zuvor: Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt weiter im Griff. Der aktuell geltende Lockdown dauert noch bis zum 7. März. Doch unter welchen Bedingungen die Osterfeiertage zelebriert werden können, bleibt fraglich. Ostern 2021 fällt auf Sonntag, den 4. April. Lesen Sie dazu: Wann ist Ostern 2021? Das sind die Daten

Was feiern Christen an Ostern? Woher kommt eigentlich der Name des Festes? Und warum darf an Karfreitag nicht getanzt werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ostern 2021 in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Was ist erlaubt?

Ostern mit anderen Gläubigen in der Kirche feiern? Verwandte zum Ostereier-Suchen einladen? Ein Ausflug mit Osterspaziergang? Verwandte besuchen, die ein bisschen weiter weg wohnen? Inwieweit Kontaktbeschränkungen an den Osterfeiertagen gelten werden, ist noch unklar. Dass es ein Osterfest wie zu Zeiten vor der Pandemie geben könnte, ist allerdings in Anbetracht der sich ausbreitenden Virusmutationen unwahrscheinlich. Lesen Sie hier: Corona-Mutationen: Beginnt jetzt eine neue Pandemie?

Kann man Ostern 2021 in den Urlaub fahren?

In dem gefühlt endlosen Lockdown ist ein kleiner Hoffnungsschimmer die Aussicht auf einen Osterurlaub. Ob Reisen an den Feiertagen im In- und Ausland aber wieder möglich sein wird, steht noch in den Sternen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat für seine Einschätzung, dass es Ostern 2021 keinen Tourismus geben kann, scharfe Kritik geerntet.

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Woher kommt eigentlich der Name Ostern?

Das ist nicht ganz klar, es kursieren verschiedene Theorien. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen.

Von dieser Interpretation war auch Jacob Grimm überzeugt, auch wenn er schon zu Lebzeiten dafür Gegenwind bekam. Viele Historiker haben diese Sichtweise von einem „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera übernommen. Auch der Wissenschaftler Friedrich Kluge erklärt Ostern zum Beispiel so in seinem bekannten „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“.

In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Isländer „Páskar“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest deutlich.

Was hat Ostern mit Eiern zu tun?

Der Professor für Volkskunde an der Universität Würzburg Christoph Daxelmüller hat die Alltagsgeschichte des Mittelalters untersucht. „Eier“, sagt Daxelmüller, „waren damals ein ganz generelles Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit.“

In der religiösen Bildersprache sei das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erkläre so die Bindung des Eies an das wichtigste christliche Fest. Lesen Sie hier: Das haben Hase und Eier mit Ostern zu tun.

Woher kommt die Tradition des Osterfeuers?

Während sich der Begriff Ostern nicht eindeutig auf die Germanen zurückzuführen lässt, ist der Ursprung des Osterfeuers einfacher zu bestimmen: Die älteste schriftliche Erwähnung ist ein Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias. Der Missionar beschreibt einen germanisch-heidnischen Brauch, der als „Ignis Pachalis“ bezeichnet wird.

Viele Jahre später steht der Brauch auf dem Prüfstand: Der Naturschutzbund will Osterfeuer abschaffen – für Umwelt und Tierwohl.

Was feiert man an Ostern überhaupt?

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums – wichtiger noch als Weihnachten. Nach christlicher Überlieferung ist Jesus an Ostern gekreuzigt worden und danach von den Toten wieder auferstanden.

  • Gründonnerstag: An diesem Tag gedenken Gläubige des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Nach der Messe werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Kirchenglocken bleiben bis in die Nacht auf Ostersonntag still.
  • Karfreitag: Jesus wurde nach der Bibel in Jerusalem an ein Kreuz genagelt und starb. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen.
  • Ostersonntag: Ein Engel soll das leere Grab von Jesus gefunden haben. Nach christlicher Vorstellung ist er auferstanden. Darauf gründet sich der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ostersonntag ist jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
  • Ostermontag: Nach der Bibel trafen zwei Jünger den von den Toten auferstandenen Jesus, erkannten ihn aber zunächst nicht. In Anlehnung daran pilgern dann besonders im Süden Deutschlands einige Menschen. Andere machen einen Osterspaziergang.

Wann feiert man Ostern?

Die Feier zur Auferstehung von Jesus Christus wird nach dem Mondkalender berechnet. Das Fest fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs. Frühestens wird Ostern damit am 22. März gefeiert – und spätestens am 25. April.

An dem Termin richten sich viele andere christliche Feiertage aus: zum Beispiel Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag. Wer geschickt und frühzeitig plant, kann mithilfe von Feiertagen effizient Urlaub nehmen: Feiertage: Wie Sie 2021 maximalen Urlaub herausholen können

Wann ist Ostern in den nächsten Jahren?

  • Jahr 2022: 17. April
  • Jahr 2023: 9. April
  • Jahr 2024: 31. März
  • Jahr 2025: 20. April

In welchen Religionen feiert man Ostern?

Alle Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus: katholische, protestantische und armenische genauso wie griechisch-orthodoxe Christen. Allerdings unterscheiden sich von Land zu Land die Bräuche zum Fest. Die Australier verzichten zum Beispiel wegen einer Kaninchen-Plage auf den Osterhasen – stattdessen stehen kleine Beuteltiere, Bibys, aus Schokolade in den Supermarktregalen.

Wie kam es zum Brauchtum des Osterhasen?

Das erste Mal erwähnt wird der Osterhase wohl in einer Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, der Ende des 17. Jahrhunderts den Brauch schilderte, dass der Hase Eier verstecke. Er nannte das „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.

Ab dem 19. Jahrhundert hat sich der Osterhase dann eindeutig als österliches Symbol durchgesetzt. Er gilt gemeinhin als Symbol der Fruchtbarkeit – Häsinnen können mit einem Wurf fünf Jungen zur Welt bringen. Mehr Wissen zum Fest: Darum bringt der Osterhase die Eier.

Herrscht Karfreitag immer noch Tanzverbot?

Grundsätzlich ja. Karfreitag ist ein stiller Feiertag, In weiten Teilen Deutschlands gilt entsprechend grundsätzlich ein mehr oder weniger striktes Tanzverbot. Tanzt man in normalen Jahren beispielsweise in Baden-Württemberg in der Öffentlichkeit, kann es eine Buße von bis zu 1500 Euro geben.

Lesen Sie hier mehr über den stillen Feiertag: Fischverzehr und Fleischverzicht – Fünf Fakten zu Karfreitag.

(les/cho/raer/dpa)