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Ostern 2020: Alles über Bedeutung, Ursprung – und Osterfeuer

Endlich erklärt: Darum bringt der Osterhase die Ostereier

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Ostern ist in diesem Jahr am 12. April. Doch was genau feiern Christen dann eigentlich? Und warum darf man an Karfreitag nicht tanzen?

Berlin.  Ostern ist in diesem Jahr ganz anders als wir es kennen: Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt im Griff – es gilt eine Kontaktsperre, Gläubige können nicht in Kirchen Gottesdienste feiern, Ausflüge sind an vielen Orten nicht erlaubt und auch Familienbesuche fraglich.

Ostern 2020 fällt auf Sonntag, den 12. April. Was feiern Christen an Ostern? Woher kommt eigentlich der Name des Fests? Und warum darf an Karfreitag nicht getanzt werden?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ostern in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Was ist erlaubt, was ist verboten?

Ostern mit anderen Gläubigen in der Kirche feiern? Verwandte zum Ostereier-Suchen einladen? Ein Ausflug mit Osterspaziergang? Verwandte besuchen, die ein bisschen weiter weg wohnen? All das ist Ostern 2020 in Frage gestellt – um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Lesen Sie hier: Ostern in der Corona-Krise: Was ist in diesem Jahr erlaubt?

Ostern 2020: Wie wird eigentlich das Wetter?

Gemischt. Wer im Süden wohnt, hat die besten Chancen auf Sonne und warme Temperaturen. In der Mitte Deutschlands und im Norden wird es mehr Wolken am Himmel geben, auch ein bisschen Regen ist möglich. Frisch wird es vor allem an der Nordsee und der Ostsee – mit höchstens 13 Grad. Im Süden kann es am Wochenende noch mal über 20 Grad warm werden. Mehr zum Wetter an Ostern 2020 finden Sie hier.

Woher kommt eigentlich der Name Ostern?

Das ist nicht ganz klar, es kursieren verschiedene Theorien. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen.

Von dieser Interpretation war auch Jacob Grimm überzeugt, auch wenn er schon zu Lebzeiten dafür Gegenwind bekam. Viele Historiker haben diese Sichtweise von einem „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera übernommen. Auch der Wissenschaftler Friedrich Kluge erklärt Ostern zum Beispiel so in seinem bekannten „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“.

In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Isländer „Páskar“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest deutlich.

Was hat Ostern mit Eiern zu tun?

Der Professor für Volkskunde an der Universität Würzburg Christoph Daxelmüller hat die Alltagsgeschichte des Mittelalters untersucht. „Eier“, sagt Daxelmüller, „waren damals ein ganz generelles Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit.“

In der religiösen Bildersprache sei das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erkläre so die Bindung des Eies an das wichtigste christliche Fest. Lesen Sie hier: Das haben Hase und Eier mit Ostern zu tun.

Woher kommt die Tradition des Osterfeuers?

Während sich der Begriff Ostern nicht eindeutig auf die Germanen zurückzuführen lässt, ist der Ursprung des Osterfeuers einfacher zu bestimmen: Die älteste schriftliche Erwähnung ist ein Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias. Der Missionar beschreibt einen germanisch-heidnischen Brauch, der als „Ignis Pachalis“ bezeichnet wird.

Viele Jahre später steht der Brauch auf dem Prüfstand: Der Naturschutzbund will Osterfeuer abschaffen – für Umwelt und Tierwohl.

Was feiert man an Ostern überhaupt?

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums – wichtiger noch als Weihnachten. Nach christlicher Überlieferung ist Jesus an Ostern gekreuzigt worden und danach von den Toten wieder auferstanden.

  • Gründonnerstag: An diesem Tag gedenken Gläubige des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Nach der Messe werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Kirchenglocken bleiben bis in die Nacht auf Ostersonntag still.
  • Karfreitag: Jesus wurde nach der Bibel in Jerusalem an ein Kreuz genagelt und starb. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen.
  • Ostersonntag: Ein Engel soll das leere Grab von Jesus gefunden haben. Nach christlicher Vorstellung ist er auferstanden. Darauf gründet sich der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ostersonntag ist jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
  • Ostermontag: Nach der Bibel trafen zwei Jünger den von den Toten auferstandenen Jesus, erkannten ihn aber zunächst nicht. In Anlehnung daran pilgern dann besonders im Süden Deutschlands einige Menschen. Andere machen einen Osterspaziergang.

Weil an Ostern 2020 die Gläubigen das Fest nicht gemeinsam in den Gotteshäusern feiern können, gibt es Gottesdienste nicht nur im Fernsehen und Radio, sondern Kirche auch im Livestream: Hier können Gläubige an Ostern beten.

Wann feiert man Ostern?

Die Feier zur Auferstehung von Jesus Christus wird nach dem Mondkalender berechnet. Das Fest fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs. Frühestens wird Ostern damit am 22. März gefeiert – und spätestens am 25. April.

An dem Termin richten sich viele andere christliche Feiertage aus: zum Beispiel Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag. Wer geschickt und frühzeitig plant, kann mithilfe von Feiertagen effizient Urlaub nehmen: Brückentage 2020: So sichern Sie sich viele freie Tage.

Wann ist Ostern in den nächsten Jahren?

  • Jahr 2021: 4. April
  • Jahr 2022: 17. März
  • Jahr 2023: 9. April
  • Jahr 2024: 31. März

In welchen Religionen feiert man Ostern?

Alle Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus: katholische, protestantische und armenische genauso wie griechisch-orthodoxe Christen. Allerdings unterscheiden sich von Land zu Land die Bräuche zum Fest. Die Australier verzichten zum Beispiel wegen einer Kaninchen-Plage auf den Osterhasen – stattdessen stehen kleine Beuteltiere, Bibys, aus Schokolade in den Supermarktregalen.

Wie kam es zum Brauchtum des Osterhasen?

Das erste Mal erwähnt wird der Osterhase wohl in einer Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, der Ende des 17. Jahrhunderts den Brauch schilderte, dass der Hase Eier verstecke. Er nannte das „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.

Ab dem 19. Jahrhundert hat sich der Osterhase dann eindeutig als österliches Symbol durchgesetzt. Er gilt gemeinhin als Symbol der Fruchtbarkeit – Häsinnen können mit einem Wurf fünf Jungen zur Welt bringen. Mehr Wissen zum Fest: Darum bringt der Osterhase die Eier.

Herrscht Karfreitag immer noch Tanzverbot?

Grundsätzlich ja. Karfreitag ist ein stiller Feiertag, In weiten Teilen Deutschlands gilt entsprechend grundsätzlich ein mehr oder weniger striktes Tanzverbot. Tanzt man in normalen Jahren beispielsweise in Baden-Württemberg in der Öffentlichkeit, kann es eine Buße von bis zu 1500 Euro geben. Karfreitag: Darum fallen „Let’s Dance“ und „Heute Show“ aus.

Karfreitag 2020 ist anders: Wegen der Coronavirus-Pandemie gelten bundesweit starke Beschränkungen des öffentlichen Lebens – Clubs und Diskos sind sowieso geschlossen. Es herrscht Kontaktverbot: Das sind die neuen Regel – und Strafen. Lesen Sie hier mehr über den stillen Feiertag: Fischverzehr und Fleischverzicht – Fünf Fakten zu Karfreitag.

Wird das Tanzverbot an Karfreitag wohl irgendwann aufgehoben?

Eher nicht. Aber jedes Jahr gibt es Streit bei dem Thema. Im vergangenen Jahr war es der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, der erklärte, es solle doch jeder machen, was er will: „Wer an dem Tag in die Disko gehen will, sollte das auch tun können.“ Die Reaktion kam schnell – aus den eigenen SPD-Reihen. Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kritisierte die Forderung.

„Bisher wusste ich nicht, dass die SPD eine Spaßpartei ist. Ich bin in die SPD eingetreten, weil sie für Gerechtigkeit und Solidarität eintritt und nicht für die Interessen einer im Übrigen höchst erfolgreichen Klubkultur“, sagte Thierse. Er ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

(les/cho/dpa)