Volksfest

Oktoberfest in München gestartet – Feuer behindert Anreise

Ministerpräsident Söder bekam die erste Ehrenmaß der Saison. Das Oktoberfest gilt als das größte Volksfest der Welt. Die "Wiesn" geht auf die Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Kronprinzessin Therese im Jahr 1810 zurück.

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Rund sechs Millionen Besucher werden erwartet. Um 12 Uhr zapfte Münchens Oberbürgermeister das erste Fass an.

München.  Es ist das größte Volksfest der Welt – und die Fans konnten es nicht erwarten: Stunden vor dem offiziellen Start strömten schon Tausende Besucher aufs Oktoberfest-Gelände in München. Jetzt ist das Oktoberfest 2018 auch richtig eröffnet.

Für einige Gäste verzögerte sich die Anreise allerdings. In der Nähe des Festgeländes war ein Haus in Brand geraten, es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Eine zentrale Zufahrtsstraße war für mehrere Stunden komplett gesperrt, zahlreiche Festgäste mussten einen Umweg nehmen.

Doch einmal angekommen, fanden die Besucher beste Bedingungen vor: blauen Himmel, milde Temperaturen – und natürlich reichlich frisch gezapftes Bier. „Der Petrus ist ein Münchner“, sagte Wiesnchef Josef Schmid (CSU). Er habe tagelang gebetet. „Man sieht: ich bin erhört worden.“

Begrüßung auf Deutsch, Englisch und Bairisch

Um 12 Uhr zapfte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dann das erste Fass an – sein Privileg als Stadtoberhaupt. Die erste Maß bekam der Tradition gemäß der bayerische Ministerpräsident: Für Markus Söder (CSU) ist es das erste Mal, dass ihm diese Ehre zuteil wird.

Um 9 Uhr hatten die Ordner die Zugänge zur Wiesn geöffnet und die Gäste mit Lautsprecher-Durchsagen auf Deutsch, Englisch und Bairisch begrüßt. Schon am frühen Morgen hatten sich an den Eingängen Warteschlangen gebildet.

Oberbürgermeister brauchte nur zwei Schläge

Die Zahl der Schläge, die ein Oberbürgermeister braucht, um das Fass anzuzapfen, prägt sein Ansehen in der Stadt mit. Reiter ist in gewisser Weise Rekordhalter. Außer bei seiner ersten Wiesn 2014 brauchte er immer nur zwei Schläge – so auch am Samstag bei der 185. Ausgabe des Oktoberfests.

Der einzige andere OB, der das Fass mit zwei Schlägen anzapfte, war sein Vorgänger Christian Ude (SPD), der 2005 erstmals mit zwei Schlägen auskam. Er hatte aber dazu etliche Jahre gebraucht – und gehörig Lehrgeld gezahlt: In seinem ersten Amtsjahr 1993 ertönten „Aufhören, Aufhören“-Rufe – sieben Schläge. Um derartige Blamagen zu vermeiden, trainieren die Stadtoberhäupter vor dem Fest. Anzapf-Trainer ist ein erfahrener Brauer.

Erste Bierleiche nach nur einer halben Stunde

Überraschungsgast Gerhard Schröder erschien im Anzapfzelt zum Blitzbesuch – nach einer Viertelstunde war der Alt-Kanzler mit seiner Frau So Yeon Kim wieder weg. Neben bayerischen Politikern und Kabinettsmitgliedern prostete auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) – in Lederhose – mit, obwohl die Wiesn mit einem Konsum von Millionen Litern Bier, Hunderttausenden Brathendln und gebrannten Mandeln nicht gerade eine Gesundheits-Oase ist.

Der erste Patient – ein Mann in Mönchskutte – musste denn auch 32 Minuten nach dem Beginn des Bierausschanks wegen überhöhten Alkoholkonsums behandelt worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass es sich nicht um einen Ordensmann handelte, erläuterten die Sanitäter der Aicher Ambulanz. Die Kutte sei aber echt gewesen.

Rund sechs Millionen Gäste werden bis zum 7. Oktober in München erwartet. In vielen Ländern der Erde wird das traditionelle Volksfest kopiert.

(dpa/moi)