Suizid

„Hogesa“-Gründer tot: „Trauermarsch“ friedlich

Der Tatort, an dem am Mittwoch die Leiche gefunden wurde, ist mit Absperrband gesichert.

Der Tatort, an dem am Mittwoch die Leiche gefunden wurde, ist mit Absperrband gesichert.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Ein Passant findet einen toten 32-Jährigen – es handelt sich um den „Hogesa“-Gründer. Die Staatsanwaltschaft bestätigt: Es war Suizid.

Berlin.  Nach dem Tod eines polizeibekannten Rechtsextremen in Mönchengladbach ist ein so genannter Trauermarsch von Sympathisanten am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Es habe „keinerlei Störungen“ gegeben, sagte ein Polizeisprecherin. Nach 19.30 Uhr habe die Veranstaltung sich aufgelöst.

Die Leiche des 32-jährigen Bremers war am Vortag gefunden worden, die Polizei hatte zunächst ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen. Die Obduktion ergab jedoch, dass der Mann sich selbst das Leben genommen hatte, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Der Tote ist der Polizei bekannt. Der Bremer sei Mitbegründer des rechtsextreme Bündnisses „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“) gewesen, bestätigte die Behörde. Die „Hogesa“-Bewegung hatte besonders im Oktober 2014 für Schlagzeilen gesorgt, als sich bei einer Kundgebung in Köln Hooligans und Neonazis Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Rund 50 Beamte wurden damals verletzt.

Spekulationen über Tat und Täter im Netz

Nach dem Fund der Leiche hatte es im Internet schnell Spekulationen über die Tat und die Täter gegeben. Am Donnerstag kam das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung: „Heute Vormittag wurde der Leichnam obduziert. Die Untersuchungen bestätigen ein suizidales Geschehen, bei welchem der 32-jährige Bremer sich selbst mit einem Messer das Leben nahm“, so eine Polizeisprecherin.

Schon vor der Nachricht hatten Rechtsextreme und Hooligans zu einem sogenannten „Trauermarsch“ aufgerufen. Der ist nach Angaben der Polizei offenbar auch weiter geplant. Die Behörde erwartet rund 500 Teilnehmer. „Wir gehen von einem friedlichen Verlauf aus, sind aber gut aufgestellt, falls es zu Störungen kommen sollte.“ Die Veranstaltung sei von einer Privatperson angemeldet worden, es habe ein Kooperationsgespräch mit der Polizei gegeben.

Pressekonferenz für Freitag geplant

Üblicherweise berichtet die Polizei nicht über Suizide. Ausnahmen werden gemacht, wenn sie von besonderem Interesse sind. Aufgrund der Spekulationen über die Täter und den angekündigten Marsch entschied sich die Behörde, die Mitteilung über den Vorfall zu veröffentlichen.

Weitere Ermittlungsergebnisse werden Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt geben. (ses/dpa)

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• Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.