Jugendreise

Betreuer von überflutetem Ferienlager in Frankreich wohl tot

Durch die Überschwemmungen wurden Wohnwagen weggespült.

Durch die Überschwemmungen wurden Wohnwagen weggespült.

Foto: Jose Rocha / dpa

Nach einem schweren Unwetter in Frankreich wurde ein deutscher Betreuer eines Ferienlagers vermisst. Dann wurde eine Leiche gefunden.

Nîmes/Leverkusen.  Der vermisste Betreuer eines überschwemmten deutschen Ferienlagers in Südfrankreich ist einem Bericht zufolge tot. Bei der am Montag im Fluss Ardèche gefundenen Männerleiche handele es sich um den Deutschen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Nîmes.

Am Donnerstag soll demnach eine Autopsie vorgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen.

Ferienlager nach starkem Regen überflutet

Das von einem Leverkusener Verein organisierte Zeltlager in Saint-Julien-de-Peyrolas war am vergangenen Donnerstag nach starken Regenfällen überflutet worden. Alle Kinder und Jugendlichen konnten in Sicherheit gebracht werden und sind zurück in Deutschland. Der 66 Jahre alte Betreuer wurde nach Angaben des Veranstalters zuletzt gesehen, als das Wasser am Abend des Unglückstags über den Zeltplatz strömte.

Die französische Justiz ermittelt gegen zwei Verantwortliche des Vereins. Sie wirft ihnen vor, fahrlässig gehandelt zu haben. Der örtliche Bürgermeister hatte angegeben, die Gruppe vor der Gefahr durch das drohende Unwetter gewarnt zu haben.

Naturkatastrophe war „so nicht zu erwarten“

Die Leitung des Lagers rechtfertigte sich auf der Vereins-Webseite in einer an die Eltern der Teilnehmer gerichteten Mitteilung. Die Naturkatastrophe sei „so nicht zu erwarten“ gewesen und habe „bedauerlicherweise Fürchterliches angerichtet“, heißt es in dem Eintrag vom Dienstagabend. Es sei sicher schwierig, das Erlebte zu verarbeiten. „Hoffentlich können wir bald wieder an die schönen Dinge denken, die bisher erlebt wurden.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins hatte bereits am Montag erklärt, er habe sich „absolut nichts vorzuwerfen“. (dpa)