Verbrechen

Mordfall Susanna: Ali B. vermutlich älter als angenommen

Ali B., der Tatverdächtige im Fall Susanna, wird am Sonntag in Wiesbaden von Beamten einer Spezialeinheit zu einem Polizeihubschrauber gebracht.

Ali B., der Tatverdächtige im Fall Susanna, wird am Sonntag in Wiesbaden von Beamten einer Spezialeinheit zu einem Polizeihubschrauber gebracht.

Foto: Hasan Bratic / dpa

Der mutmaßliche Mörder von Susanna soll zur Tatzeit 21 Jahre alt gewesen sein. In diesem Fall würde das Jugendstrafrecht nicht greifen.

Wiesbaden/Frankfurt/Main.  Der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Susanna, Ali B ., war zum Tatzeitpunkt vermutlich älter als angegeben. Dies ergebe sich unter Vorbehalt aus Informationen des irakischen Generalkonsulats in Frankfurt am Main, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn am Dienstag in Wiesbaden. Für Ali B. könnte das bei einem kommenden Gerichtsverfahren bedeuten, dass er nicht mehr nach Jugendstrafrecht verurteilt werden kann.

Der irakische Flüchtling wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna in Wiesbaden vergewaltigt und getötet zu haben . Nach einer Flucht in den Irak war er am Samstag im Beisein von Bundespolizisten mit dem Flugzeug wieder nach Deutschland gebracht worden.

Bei seiner Vernehmung gestand er, das aus Mainz stammende Mädchen umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung. Er sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft.

Ali B. soll acht Monate früher geboren sein

Nach einer mündlichen Auskunft des irakischen Generalkonsulats in Frankfurt sei Ali B. im März 1997 geboren und nicht wie zunächst angenommen im November 1997, sagte der Staatsanwalt. Dem Konsulat lägen entsprechende Ausweisdokumente vor. Da diese Informationen der Staatsanwaltschaft noch nicht schriftlich vorlägen und noch nicht überprüft worden seien, seien sie noch unter Vorbehalt.

Stimmt die Auskunft, wäre der Iraker zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Tat bereits 21 Jahre alt gewesen. Dies hätte „für ihn erhebliche Folgen für das Verfahren“, sagte der Staatsanwalt. Ali B. könne dann nicht mehr nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. In diesem Fall müsste er mit einer erheblich schwereren Strafe rechnen. (dpa)

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.